08.02.2011 - Polizei-Einsatz für Stuttgart 21 - Nordausgang

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 Die Verantwortlichen für S21 sind sehr bemüht, des Heiners "Schlichterspruch" einzuhalten, wenn auch immer unter Einsatz aller ihnen zur Verfügung stehenden Mittel, die bekanntlich mehr als suspekt sind. Dass sie sich daran halten, wundert uns nicht - immerhin wurde in ihrem Sinne "geschlichtet". Folglich werden jetzt die gesunden Bäume zu ihrer Rechtfertigung verpflanzt. Diejenigen, die zu alt, zu groß oder zu krank sind, haben das Nachsehen. Obendrein haben die zu versetzenden Bäume kaum Chancen zu überleben, denn sie bräuchten laut unserer Landschaftsgärtner eine monatelange entsprechende Vorbehandlung, die nicht stattgefunden hat.

 

Für den 8.2 diesen Jahres war die Verpflanzung von 16 Bäumen geplant und offiziell angekündigt. Schnell sickerte durch, dass der Einsatz für nachts von Montag auf Dienstag geplant war. Zunächst rechneten wir mit 1.30 Uhr und viele von uns ParkschützerInnen reagierten auf diese Meldung und waren vor Ort. Laut, bunt mit Trommeln, Pfeifen, mit Clowns, vielen Fahnen und Plakaten waren wir am Nordausgang unterwegs, die Robin Woods kletterten in die Bäume. Wir befürchteten ausserdem, dass die Mahnwache auch gleich "mitverpflanzt" wird. Wie sich herausstellen würde, warten sie damit lieber noch etwas. Allerdings wurden wir bereits stundenlang beobachtet und gefilmt von der Polizei aus gegenüber liegenden Gebäuden.

 

Hier ein Bild der Mahnwache - noch steht sie am Nordausgang. Die White Rabbits kämpfen übrigens für den Erhalt der alternativen Kultur, die im Zuge S21 auch beiseite geräumt werden soll.

 

WhiteRabbits

 

Um 2 Uhr nachts erfuhren wir, dass die PolizistInnen sich noch mit einem Frühstück im Hotel stärken, um 4 Uhr liefen sie dann in einem martialischen Aufzug aus vier Richtungen zu Hunderten ein, die Lkws und Gerätschaften fuhren auf.

 

 

Die Blockaden wurden geräumt, zwei Aktivisten, die sich unter einem Lkw festgekettet hatten und dort 5 Stunden lagen, heraus- und die Robins aus luftigen Höhen heruntergezogen.


 

P0807 08-02-11

 

 

Danach wurde mit der "Versetzung" begonnen und die Bäume unter Gefährdung für uns und die PolizistInnen Richtung Pariser Platz transportiert. Das Ziel wurde geheim gehalten, aber wie das mit Geheimnissen immer so ist...

 

Einige Bäume wurden am Cannstatter Wasen in die Erde gesteckt, dort hatte MP Mappus am 30.9. ein Bier auf unser Wohl getrunken, während er zwei Kilometer weiter die Wasserwerfer im Park gegen uns auffahren ließ. 

 

Ein weiterer Teil fand auf dem Zuffenhäusner Friedhof die letzte Ruhestätte und ein paar Bäume dürfen von den Stammheimer JVA-Insassen bewundert werden. 

 

Hier ein Link zu den Baumpaten mit Dokumentationen und Erklärungen:

 

link

 

Wir beobachten weiterhin, was mit den Bäumen passiert. Dieses Video haben die Baumpaten eingestellt - Standort JVA Stammheim - dort wird aufgezeigt, wie mit den Bäumen umgegangen wird:


link 

 

Die unermüdlichen Cams21-AufklärerInnen fassen die Aktionen der jeweiligen Woche zusammen. Hier ein Wochenüberblick mit Szenen vom 8.2.


 


 

 


 


 

 


Veröffentlicht in Geschichte des Widerstands

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Bodenfrost 02/26/2011 10:31


Vielen Dank für die Verlinkung. Die Idee mit dem Text, der die emotionale Seite des Widerstands beschreibt, gefällt mir sehr gut. Ich werde mich jetzt am Wochenende dran machen das zu schreiben.


stuttgart-steht-auf 02/26/2011 12:20



Laolaaaa



Bodenfrost 02/25/2011 23:29


Danke für den sehr gelungenen Bericht. Auch wenn Worte kaum auszudrücken vermögen, was für ein bedrohliches Gefühl das ist, wenn 700 Polizisten mit Schlagstöcken und Schusswaffen auf einen
Platz
stürmen, auf dem friedliche Bürger ihre Bäume bewachen. Beamten, die wir über Steuergelder bezahlen und deren Aufgabe wäre, uns zu schützen.


stuttgart-steht-auf 02/26/2011 02:57



Hallo Bodenfrost! Danke für die Vernetzung. Eine schöne Page habt ihr, die kommt auf jeden Fall auch hier unter meine Links.


 


Ich habe den Bericht dazu ziemlich kurz und sachlich gehalten. Vielleicht wäre die Idee zu Stimmungsberichten über die Einmärsche der Polizei und die Einkesselungen oder den Protest insgesamt
ganz gut, so nach dem Motto: Die emotionale Seite des Protestes. Was meinst du dazu? Du würdest bestimmt super Texte schreiben können darüber, das Talent dazu hast du!