Die 100ste Montagsdemo, mit dem Sonderzug nach Zürich und andere Neuigkeiten

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Gestern fuhr ein Zug Richtung Zürich, der nicht über die Deutsche Bahn gechartert war. Im Zug: Viele unserer DemonstrantInnen für K21. Am Zug aussen: Schilder zum JA für den kommenden Volksentscheid. Der Zug der Gegenseite, in dem Grube durch die Lande fuhr, schien bei weitem nicht so voll und guter Laune zu sein wie der Unsrige. Geld und Macht sind halt nicht Alles im Leben und machen seltenst glücklich. Einige Bürgermeister sowie die Herren Hauk und Schmiedel zeigten "Flagge", die sich oft mit Bemerkungen unsäglicher Art gegenüber dem Protest sehr unbeliebt gemacht haben.

 

Die Stuttgarter Zeitung: Grube: Debatten werden ein Ende haben link

 

Viele Bürgermeister sind an Bord

Das Interesse ist vergleichsweise gering. Rund 150 Passagiere sind an Bord, viele Bürgermeister sind dabei. Platz wäre für 400 Menschen gewesen. Und auf den Bahnsteigen bilden sich nur kleine Grüppchen, als der Zug einfährt. Gegner von Stuttgart 21 machen sich nicht die Mühe, zu kommen. Lediglich in Freiburg müssen sich Grube und seine Leute dem Lärm einiger Trillerpfeifen stellen.

 

ZDF-Mediathek link

   

Schweizer Fernsehen ab Minute 7 link

 

Cams21 waren natürlich auch dabei, u.a. Drehstrom, der für uns draufgehalten hat: link

(Edit - Fehlerteufel: Es war natürlich nicht Drehstrom, sondern Klangerzeuger. Ich hoffe, er nimmt es mir nicht übel).

 

Presse-Erklärung auf Bei Abriss Aufstand: link

 

Die Schweiz hat für 6 Milliarden ihr ganzes Netz perfektioniert.

 

Der SBB-Chef a. D. Benedikt Weibel zieht den Vergleich zum gesamtschweizer Großprojekt Bahn2000; wörtlich sagte er: „135 Bauprojekte, eine Neubaustrecke – Gesamt-Investitionssumme 6 Mrd. Schweizer Franken. Ich betone das, weil ich bin ja neutral, also ich bin in dem Sinne ja nicht gegen Stuttgart 21. Aber man muss die Kosten und den Nutzen in Erwägung ziehen. Für 6 Milliarden haben wir das gesamte Netz hochgefahren. Seither wächst das Bahnangebot um 7 Prozent pro Jahr. […] Und Sie können jetzt selber diese Kosten-Nutzen-Überlegung machen, weil, wenn ich richtig im Bild bin, ist das Gesamtvolumen der Investition für Stuttgart 21 etwa gleich hoch, vielleicht etwas höher und dann stellen Sie dem den Nutzen gegenüber …“ (ab Min. 18:40)

 

Die Stuttgarter Zeitung titelt u.a. auch:

 

Ein Erfolg der Gegner ist möglich  link

 

Stuttgart - Der Verein Mehr Demokratie hält einen Erfolg der Gegner des umstrittenen Bahnprojekts Stuttgart 21 bei der landesweiten Volksabstimmung am 27. November für möglich. Bei einer zu erwartenden Abstimmungsbeteiligung von 40 bis 50 Prozent sei es "denkbar", dass die Zustimmungshürde von einem Drittel der Stimmberechtigten übersprungen werde, sagte Tim Weber vom Bundesverband des Vereins. Falls am 27. November die notwendige Zustimmung nicht erreicht werde, sei das Kündigungsgesetz gesetzlich gescheitert. Politisch sei die Situation aber weiter offen, da sich der Landtag noch einmal mit der Frage befassen könne.

 

Warnung vor Mehrkosten ist nicht neu: StZ link

 

Der Verdacht, dass die Kosten doch aus dem Ruder laufen könnten, speist sich aus jahrelangen Erfahrungen mit der Bahn. Nicht nur die Stuttgart-21-Gegner kennen sie, auch Kretschmanns Vorgänger Günther Oettinger könnte einiges darüber berichten, wenn er denn wollte. So heißt es in einem Vermerk vom 9. November 2009, den der damalige Ministerpräsident zur Vorbereitung eines Gesprächs mit Bahnchef Rüdiger Grube erhielt: "Wir müssen uns darüber im Klaren sein, dass - sollte im Laufe des Bauablaufs die Grenze von 4,52 Milliarden Euro überschritten sein - finanzielle Forderungen auf das Land zukommen können."

 

Im Namen des Volkes: Was wird aus Stuttgart 21? link

Sendung des SWR heute abend um 23.00 Uhr. Diskussionsrunde mit Winfried Hermann und Volker Kefer.

 

t-online: Der Stuttgart-21-Konflikt zwischen Satire und Ernst link

 

Der Streit um das Bahnhofsprojekt hat im vergangenen Jahr seine Spuren im Land hinterlassen. Höhepunkte der Auseinandersetzung waren der Abriss des Nordflügels im August und der massive Polizeieinsatz am 30. September 2010, die bundesweit und international für Aufsehen sorgten.

 

Ein Stück "Stuttgart 21"-Geschichte beschäftigt bereits die Historiker des Hauses für Geschichte Baden-Württemberg. Ab dem 16. Dezember wird dort der 80 Meter lange und 3,20 Meter hohe Bauzaun, der bis vergangenen Dezember am Nordflügel stand, im Museum zu sehen sein. Der Direktor der Institution, Thomas Schnabel, erläutert, dass der Bauzaun für ihn "Ausdruck einer Sprachlosigkeit zwischen Regierenden und Regierten" ist, der "Versuch, sich Gehör zu verschaffen". "Das Besondere ist nicht, dass Schwaben demonstrieren. Das, was atypisch ist, ist dass man nicht mehr miteinander redet", begründet er die Eskalation.

 

Der Schenkelklopfer schlechthin: Herr Oettinger erklärt Frankreich - in Freiburg, am 20.11. - unbedingt sehenswert! Er behauptet allen Ernstes, dass es in Paris einen Kopfbahnhof gibt, weil westlich von Paris keine Menschen leben. Die Zuhörer kriegen sich nicht mehr ein... dieser YouTube-Film wird mit Sicherheit ein Dauerbrenner...

 

 

Triefsockige Besucher bei Eröffnung des Bücherknastes

 

Der trockenste Scherz des Jahres - StZ link

 

Stuttgart - Es war einmal ein Baumeister aus Korea, der vor vielen Jahren von einem mächtigen Rat in Stuttgart beauftragt wurde, ein Haus für die Bücher zu bauen. Im Volk der Schwaben war man begeistert von den Plänen des Baumeisters, weil die von ihm geplante Bibliothek dereinst von einer Wasserfläche umgeben sein sollte. Die Philosophen unter den Schwaben sprachen von wunderschönen Reflexionen - und sie meinten dabei das Wasserbecken, aber auch die klugen Gedanken, die aus diesem Entwurf emporsprudelten.

 

Dummerweise ging ihnen unterwegs das Geld aus und so wurden das Wasserbecken ebenso wie die emporsprudelnden klugen Gedanken gestrichen - übrig blieb Stammheim II, der Bücherknast in seiner ganzen tristen Herrlichkeit.

 

Die Menschen staunten, als sie durch das Haus lustwandelten. Manch einer blickte wie ein Hans-guck-in-die-Luft zur Decke empor, als er plötzlich "plitsch-platsch" mitten in dem kleinen Wasserspiel stand. Denn leider hatten die weisen Planer vergessen, den kleinen Brunnen farblich von der Umgebung abzuheben.

 

Auch der Stresstest war nochmals Gesprächsthema:

Internetplattform WikiReal wirft Bahn Verstöße bei Stresstest vor: StN

link


Stuttgart - Ein Faktencheck der Internetplattform WikiReal hat aus Sicht der beteiligten Experten schwere Fehler beim Stresstest zu Stuttgart 21 aufgedeckt. Im Vordergrund stehen dabei Verstöße der Bahn gegen eine eigene Richtlinie, erläuterte der Physiker Christoph Engelhardt am Freitag in Stuttgart. Demnach fallen durch Umdefinition seitens der Bahn - extra für den Stresstest - absehbare Verspätungen durch Stuttgart 21 noch unter die Kategorie „wirtschaftlich optimale Betriebsqualität“ - statt wie in der Originalrichtlinie unter die Bewertung „risikobehaftet“.


Und zum guten Schluß: Wir haben heute die 100. Montagsdemo vor dem ehemaligen Nordflügel! Der schwäbische Protest ist nach wie vor beharrlich und kreativ!

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100. Montagsdemo

Es sprechen:
Walter Sittler (Schauspieler)
Uli Keuler (Kabarettist)
Dr. Brigitte Dahlbender (BUND und Sprecherin des Aktionsbündnisses)

Musik: The Love Jones


Kundgebung mit anschließendem Demozug zum Schloßplatz. Dort findet der Schwabenstreich statt.

Das Aktionsbündnis ruft alle Bürger auf, zahlreich zu kommen und phantasievoll und entschlossen gegen das unsinnige Prestigeprojekt zu protestieren.

Bitte mitbringen: kreative Plakate, Objekte, Kostüme, Verkleidungen, Musikinstrumente, Meisenflöten, etc., etc...



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Juliane 11/21/2011 21:33

Glückwunsch zur 100sten!!!
Herzliche Grüße wie eh und je.

stuttgart-steht-auf 11/22/2011 01:24



Danke! Es war eine Super-Kundgebung und Demo. Wir waren so viele wie letzten Sommer bei den Demos. Ein Gedränge - einfach unglaublich!



Ingrid 11/21/2011 14:42

Und immer wieder entdecke ich Neuigkeiten, die mir "durchgerutscht" sind. Danke fürs sorgfältige Recherchieren :-)

stuttgart-steht-auf 11/21/2011 15:46



Gerne!