OB Schuster laesst Blockade raeumen

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Wie wir wissen, gaben Grube, Dietrich und Ramsauer die letzten Tage "ganz empoerte Aeusserungen" von sich laut der TAZ vom 13.6.2011

 

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Bahnchef Grube:

 

"Es ist sehr wichtig, dass keiner der Projektpartner von Stuttgart 21 einen Baustopp beantragt hat", sagte Grube der Bild am Sonntag.


 

Zur Erinnerung - hier die wahren Hintergruende des nicht beantragten Baustopps - ein Bericht des Tagblatts vom 8.6.2011

 

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Projektsprecher Dietrich:

 

Projektsprecher Wolfgang Dietrich reagierte am Montag empört: "Wir werden bis zum Stresstest sowieso nichts bauen, was diesen Test konterkarieren könnte", sagte er. Das habe die Bahn immer gesagt und das wisse auch Kretschmann ganz genau. Der Stresstest ist für Mitte Juli geplant.

 

Zur Erinnerung - sie haben selbst bei Baustopp weitergebaut, um Fakten zu schaffen.

 

"Baustopp" und Baggersee21

 

Ramsauer dazu:

 

Ramsauer sagte der Stuttgarter Zeitung, er erwarte von der grün-roten Landesregierung, dass sie "dem Baurecht Geltung verschaffen" werde. Eine Volksabstimmung halte er inzwischen für unwahrscheinlich.

 

Das scheint eins der Prioritaeten der Projektverantwortlichen zu sein, die Gruen-Rote Regierung auf die Bewegung zu hetzen, am Besten mit allen Mitteln. Ein Schelm, wer Boeses denkt.

 

Hier passend dazu ein Plakat, das ploetzlich am Hauptbahnhof haengt und bei den ParkschuetzerInnen hochgeladen wurde link:


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Jetzt machen sie also wahr, was sie die letzten Tage angekuendigt haben: Sie wollen weiterbauen. Heute morgen gabs deshalb eine grosse Blockade am GWM und am ehemaligen Nordfluegel:

 

Kurze Erklaerung zum GWM: GWM = Grundwasser"managment" - Managment bedeutet bei der Bahn:  6,8 Millionen Kubikmeter ! Grundwasser sollen mittels 17 km haesslicher blauer Rohre auf Staendern drei Meter ueber der Erde quer ueber viele Jahre durch Stuttgart weitergeleitet werden - noch kuerzer erklaert: Wasser hoch, Bahnhof runter... ).

 

Ein paar Worte noch zum ehemaligen Nordfluegel: Wir erinnern uns gut an den ohne Not vorgezogenen "behutsamen Rueckbau" des Nordfluegels, bei dem die Bagger sich ausgetobt haben sowie an die provokative Machtdemonstration des Baggerfuehrers vor Tausenden von Stuttgarter BuergerInnen anlaesslich einer Montagsdemonstration - das alles nur um schnellstens Fakten und "Unumkehrbarkeit" zu schaffen.

 

Die heutigen Blockaden wurden geraeumt auf Geheiss der Stadt, sprich, unseres Oberbuergermeisters Schuster, dem so viel daran gelegen ist, dieses Projekt gegen den Willen der StuttgarterInnen durchzusetzen.

 

Bei Twitter gefunden:

 

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Ein Film vom ZDF ueber die Blockaden:

 

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Die Stuttgarter Zeitung hat vorab versucht die Stimmung am Bahnhof und am GWM einzufangen: link

 

Der Stern schreibt ueber unseren heutigen Protest folgendes: link

 

Laut Polizei und einem Sprecher der Projektgegner hatten am Morgen rund 300 Demonstranten die Zufahrt zur Baustelle des geplanten Grundwassermanagements blockiert. Rund hundert von ihnen beteiligten sich dann an der Sitzblockade und wurden von der Polizei entfernt.

Am Dienstagmorgen hatte die Deutsche Bahn die Arbeiten an Stuttgart 21 wieder aufgenommen. "Es laufen die ersten Vorbereitungsarbeiten", sagte ein Konzernsprecher.

 

Weiters ist dort zu lesen, dass die Landesregierung die angeblichen Kosten fuer die angebotene Aussetzung der Bauarbeiten in Hoehe von 410 Millionen Euro abgelehnt hat wegen fehlender Transparenz.

 

Der Focus dazu, heutiges Datum: link

 

Mit der Blockade am Grundwassermanagement, das den Stand des Grundwassers während des Baus des unterirdischen Tiefbahnhofs kontrollieren soll, verweisen die Parkschützer auf ein Rechtsgutachten des Umweltministeriums, nach dem die Bahn für einen Weiterbau des umstrittenen Bahnhofsprojekts zunächst ein neues Planfeststellungsverfahren beantragen müsste.Vor kurzem war bekannt geworden, dass die Bahn die doppelte Menge Grundwasser beim Bau von „Stuttgart 21“ abpumpen müsste.

 

 

Die Badische Zeitung hat vorhin ebenfalls einen sehr guten, informativen Artikel online gestellt anlaesslich unserer Blockaden und der Art und Weise, wie Bahnchef Grube sich ueber alles wegsetzt: link

 

Zitat:

 

Zudem baut der Bauherr Bahn nicht einfach für sich, sondern er baut für das Allgemeinwohl – weshalb sich der Bund, Land, Region und Stadt beteiligen. Mit Steuergeldern. Mithin unterliegt der Prozess den Spielregeln der politischen Meinungs- und Willensbildung, hier soll kein Baumarkt irgendwo im Gewerbegebiet entstehen, sondern ein Bahnhof im Herzen einer Großstadt. Das muss der Bahnchef begreifen, bevor er droht und Ultimaten stellt.

 

Wie ueblich filmten unsere fleissigen Leute von Cams21 live vor Ort von der Blockade, dazu die Uebersicht ueber alle Cams21

 

link  

 

und bei Radio-Utopie ist ein guter Bericht mit mehreren Videos dazu zu finden:

 

link


 

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Veröffentlicht in Protest-Infos

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Kiat Gorina 06/15/2011 00:02


Sind die Bauherren Schildbürger? Das Wasser wird aus dem Untergrund nach oben gepumpt und ein Bahnhof wird nach unten versenkt :-)


stuttgart-steht-auf 06/15/2011 00:09



:))


Jaaa, doch. Der Vergleich zu den Schildbuergern tauchte schon hin und wieder auf :)


 



Ingrid 06/14/2011 23:40


Und wenn selbst Wolff & Müller inzwischen das unternehmerische Risiko als zu hoch einschätzt, sind wir auf dem richtigen Weg :-)


stuttgart-steht-auf 06/14/2011 23:57



Auf dem richtigen Weg alle Mal, aber ich traue weder der Bahn noch Wolff & Mueller noch sonstigen Baufirmen ueber den Weg :)



Juliane 06/14/2011 22:56


Danke für die Zusammenfassung.
Welcher Unternehmer wird sich denn jetzt noch für einen Auftrag zu S21 einsetzen wollen? So unvernünftig kann doch niemand sein.


stuttgart-steht-auf 06/14/2011 23:02



Ich hoffe, sie haben die groessten Schwierigkeiten an Firmen heran zu kommen. Das war ja in den letzten Monaten der Fall und wenns jetzt wieder los geht und alles nur unter Schwierigkeiten und
mit Verzoegerungen zu bewerkstelligen ist...



Ingrid 06/14/2011 16:30


Interessant in diesem Zusammenhang: kürzlich konnte man in der "Financial Times Deutschland" lesen, dass Stuttgart 21 eben NICHT demokratisch legitimiert ist - meines Wissens wurde das zum ersten
Mal in den Medien deutlich gesagt:

"Dennoch wollen Grube und Kefer S21 offensichtlich noch vor dem Plebiszit so weit vorantreiben, dass es sich erübrigt. Sie wollen möglichst schnell möglichst teure Aufträge vergeben, um einen
Abbruch von S21 kostspieliger zu machen. Umgekehrt verteuert jeder Monat, der bis zur Volksabstimmung vergeht, den Bau des Projekts - und stärkt die Gegner.
Das Referendum abzuwarten ist das Mindeste, was Grube tun sollte. Erstens, weil S21 nicht - wie Grube sagt - ausreichend demokratisch legitimiert ist: Erst nachdem die Parlamente ihr Plazet gegeben
hatten, erhöhten sich die veranschlagten Kosten glatt um 1 Mrd. Euro. Die Entscheidungsgrundlage hat sich verändert."

http://www.ftd.de/politik/deutschland/:bahnprojekt-stuttgart-21-das-s21-paradox/60062156.html


stuttgart-steht-auf 06/14/2011 16:44



Danke! Genau nach dem Artikel hatte ich vorhin gesucht und ihn nicht gefunden :)