Polizisten verletzen Kollegen

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Zivilbeamte sind in Berlin am 1. Mai von ihren eigenen Kollegen verletzt worden. Wie ueblich zu diesen Anlaessen wurde wohl reichlich und grosszuegig Pfefferspray in die Menge verteilt - Taz-Reporter benutzten sogar das Wort exzessiv. Das Reizgas aus naechster Nahe versprueht hat Augenverletzungen, Schleimhautveraetzungen und blutende Nasen zur Folgen - mindestens. Bleibende Schaeden an den Augen sind nicht selten, weshalb diese Einsaetze sehr umstritten sind. 

 

Polizeipraesident Glietsch hat in der Vergangenheit das Vorgehen gegen DemonstrantInnen dahingehend verfeinert, dass er Durchmischungseinheiten der Polizei nach Aufloesung der Versammlung durch noch in der Naehe befindliche Gruppen schickt, die dann das Reizgas verspruehen, damit sich die restlichen Gruppen vollends aufloesen und schneller Ruhe im Karton ist.

 

Am Sonntag zogen also Durchmischungseinheiten zwischen den Menschenmengen hin und her, verteilten Faustschlaege und spruehten fleissig Reizgas, was ueber 100 teils unter Schock stehende Verletzte zur Folge hatte. Sanitaeter kamen kaum mit ihrer ersten Hilfe hinterher und wurden gegen ein Uhr nachts von der Polizei unter Androhung der Raeumung dazu gezwungen, ihr Lager abzubauen. Unverstaendlich, zumal diese Maidemo als die friedlichste in den letzten Jahren gemeldet wurde und nur vereinzelte Randalierer unterwegs waren.

 

Glietsch hatte am Montag noch behauptet, dass nur dort Pfefferspray benutzt worden ist, wo Polizeibeamte angegriffen wurden. Anscheinend stimmt das aber so nicht, denn neben den DemonstrantInnen sind auch acht Zivilbeamte durch Faustschlaege und Spray verletzt worden, die sich innerhalb dieser Gruppen befanden. Zwei von ihnen haben Strafanzeige gestellt, nachdem ihre Verletzungen immerhin schwer genug waren, dass sie ihren Dienst an diesem Tag nicht weiter ausueben konnten.

 

Die ZivilbeamtInnen muessen so gut "verkleidet" gewesen sein, dass ihre eigenen Einheiten - in dem Fall die Durchmischungseinheit - sie nicht erkannten und aufgemischt haben. Interessant waere zu erfahren, warum ihnen die Information vorenthalten wurde, dass sich ihre Kollegen noch mitten drin befanden. Mal abgesehen davon, dass ich es alles andere als in Ordnung finde, dass Reizgas auf Verdacht hin in friedliche Menschenmengen versprueht wird oder wahllos Faustschlage verteilt werden, hoffe ich, dass diese Angelegenheit restlos aufgeklaert wird.

 

Taz-Berichte

 

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Juliane 05/04/2011 20:36


Das hoffe ich auch.