Protestgedanken

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Bei schönstem Wetter hatten wir vorgestern unser Protestival, das vielen, wie ich mitbekommen habe, gut gefallen hat. Ganz unten stelle ich ein paar Fotos dazu ein.

 

Ein paar Auszüge, was so in den letzten Tagen rund um den Protest passiert ist, hier in Kürze, wobei ich mich auf ParkschützerInnen-Aussagen stütze - die ich allerdings von mehreren Seiten bestätigt bekommen habe:

 

Der Bericht einer Verhandlung - einer von vielen solcher Art -  letzten Freitag gegen eine ältere Dame wegen angeblichem Widerstand gegen die Staatsgewalt link

 

Vor einigen Tagen wurde von den Architekten gegen Stuttgart 21 im Schlossgarten ein kleiner Bauzaun errichtet und wunderbare Plakate zum Kopfbahnhof (K21) daran befestigt.

 

 


 

 In der Nacht vor dem Protestival bereits haben sich ein paar Pro-Stuttgart-21-Fans mit scharfen Gegenständen daran zu schaffen gemacht, sämtliche Plakate zerfetzt und mit Ketchup beschmiert. Auf dem Foto versuchen ParkschützerInnen die Plakate wieder zu reparieren.

 

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Flügel.TV hat die Schäden gefilmt und dokumentiert. link

 

Anbei einer der Zettel, die bei der Zerstörung als Gruß an uns hinterlassen wurden - ohne Kommentar dazu, denn das Tunnelniveau spricht eine ganz deutliche Sprache: link

 

Das alles kennen wir schon - seit einem Jahr bemühen sie sich, die Plakate vom Bauzaun auf der Nordseite zu zerstören. Mitunter liegen etliche Plakate auf dem Boden, aber so manches konnten Mahnwachenleute verhindern. Die Plakate, die letztes Jahr nach dem 30.9. auf der Parkseite an den GWM-Bauzaun gehängt wurden, waren von der Pro-Seite restlos zerstört worden, so wie mehrfach die Widerstandsbäume verätzt und angesägt wurden und dergleichen mehr.

 

Was seit letztem Jahr an Beschädigungen auf Privateigentum angerichtet wurde, ist gar nicht mehr überschaubar. Abkratzaktionen der Profraktion haben an Briefkästen, Autos und Hoftore ordentlich Schäden hinterlassen, Reifen an Autos mit unseren Aufklebern wurden zerstochen.

 

Des weiteren kommen verbale und körperliche Angriffe dazu, nicht nur von Stuttgartern, sondern teilweise auch aus dem Umland, die an den Wochenenden zum - ich drücks mal nett aus - Süffeln in die Stadt kommen, vorzugsweise zum Frühlingsfest, Cannstatter Wasen, Weindorf, Stadtfest u.ä. Auf Fragen unsererseits an diejenigen vor der Mahnwache, die ihrer Sinne noch halbwegs mächtig und nicht ganz so streitsüchtig sind, kommen Antworten wie: "Ein neuer Bahnhof ist doch geil! Kürzere Fahrzeiten und warum sollen wir nicht auch mal etwas Tolles für unser Geld bekommen! Das schafft Arbeitsplätze! Oben ohne! Demokratisch legitimiert! Warum steht ihr hier, arbeitet ihr nichts?" Die Herzileins lesen scheinbar statt der täglichen Zeitung nur die S21-Phrasendrescherei plus die dazugehörigen Hetzkampagnen, ansonsten wüssten sie, dass das alles längst widerlegt ist. 

 

Selbst wenn ihnen erklärt wird, was in Stuttgart passiert, bleiben die meisten dieser seltsamen Feierpatienten bei ihren Ansichten. Ist natürlich ihr gutes Recht, aber ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, dass sie ihr Feindbild unbedingt behalten wollen. Dass wir durchaus für etwas sind, nämlich für K21, interessiert nicht - wir sind das "faule arbeitsscheue Pack", die "Keinler", obwohl sie insgeheim genau wissen, dass dem nicht so ist. Über die Fakten, die in den letzten Monaten auf den Tisch kamen, wollen viele garnicht informiert werden, sie möchten festhalten an dem, was ihnen vorgegaukelt wird und sei es noch so widerlegbar.

 

Oft haben wir uns schon Gedanken darüber gemacht, woher dieser Hass und die Vorurteile kommen. Dass viele gegen uns aufgehetzt worden sind durch diverse Politiker und Medien und dadurch sozusagen die Erlaubnis gegeben wurde, die Hemmschwelle uns gegenüber bedenklich zu senken, darüber braucht nicht diskutiert zu werden. Aber wieso wird alles kritiklos übernommen?

 

Ich meine, es hat viele Gründe. Einer davon ist, dass es natürlich bequem ist, sich zu sagen, dass die "sogenannten" Parkschützer im Unrecht sind. Nach diesem Gedanken lässt es sich bequem auf der Couch zurücklehnen, Chips futtern oder zum nächsten Wodka-Event pirschen. Nichts hasst der Mensch mehr, als bei weiteren Überlegungen überrascht zu erkennen, dass er die Büchse der Pandora gelüftet hat, die ihn aus den ruhigen Bahnen des friedlichen Lebens reissen könnte. Das ist abschreckend und lässt zurückschaudern, wohl ahnend, dass das weitere Leben sich verändern könnte, wenn ein zweiter Blick riskiert wird.

 

Den zweiten Grund meine ich durch meine Mahnwachendienste darin zu erkennen, dass es nun endlich ein Feindbild gibt, auf dem sich - fast - ungestraft herumhacken lässt, die Beleidigungen und Vorurteile gehen locker über die Lippen, oftmals von sehr Jungen auch gegenüber Älteren - immerhin wurde es von Politikern vorgemacht. Und wie sich Politiker und Medien aus strategischen Gründen uns gegenüber verhalten, um Unliebsames los zu werden, das dürfen agressionsgeballte Trinker sowieso - meinen sie. Frustverhalten, das mit uns genauso wenig wie mit dem Thema S21 zu tun hat, wird locker bei uns abgeladen, zumindest versuchen sie das. Das ist gut daran zu sehen, wenn sie dahergeschwankt kommen und vor der verschlossenen Bahnhofstüre stehen, denn der Bahnhof ist zwischen ein und vier Uhr nur für die betretbar, die eine Fahrkarte vorweisen können. Eine Weile versuchen sie immer mit dem Sicherheitsdienst der Bahn zu diskutieren und zu streiten, sind sehr verärgert, weil diese nicht nachgeben, drehen sich um und sehen - die Mahnwache. Wunderbar - endlich können sie ihre Agressionen los werden. Der Gerechtigkeit halber sei gesagt, dass es auch unter diesen Jüngeren natürlich welche gibt, ob angetrunken oder nicht, die freundlich oder einfach nur interessiert sind und die ihre Wartezeit bei uns verbringen mit guten Gesprächen und sachlichen Diskussionen. 

 

Ein weiterer Grund könnte der sein, dass ein rechter Schwabe - und eine rechte Schwäbin natürlich - nicht auf die Strasse geht. Das tut man einfach nicht und noch viel weniger nennt man andere Lgnpck, auch wenn der rechte Schwabe das hinter vorgehaltener Hand privat selber tut. Man pfeift nicht und schon gleich gar nicht pfeift man die Obrigkeit aus, denn das gehört sich nicht. Und das Blockieren - nein das geht schon gleich überhaupt nicht. Wer das macht, rutscht sofort in den schwäbischen Ächtungskeller und verbleibt dort bis an sein Lebensende.

 

Die harte Fraktion der Pro-S21-Fans trifft sich auf Facebook, um sich auszutauschen. Mir will scheinen, der einzige Zweck ihrer Treffen, ob virtuell oder real sind darauf ausgerichtet, gegen uns anzutreten. Es gibt einen großen Unterschied zwischen Pro-S21 und Pro-K21, auch wenn es sich zunächst so liest, als ob es hier vordergründig zwei Gruppen gibt, die verschiedene Ansichten vertreten und sich gegenseitig bekämpfen, aber so ist es nicht. Ich will versuchen, das näher zu erklären. 

 

Ein Projekt wurde geplant, beworben und der Widerstand formierte sich. Nun ist es so, dass jede Bewegung über kurz oder lang eine Gegenbewegung zur Folge hat, die sich letzten Sommer zunächst nur bei unseren Demonstrationen in der provokativen Anwesenheit des Pfarrers Bräuchle mit seinen Flyern am Nordausgang zeigte. Er hätte gerne den Märtyrer für S21 gespielt, aber den Gefallen tat ihm keiner. Die ersten S21-Anhänger, die pünktlichst zum Abriss des Nordflügels erschienen, kamen, um zu feixen (Jüngere) oder um uns wutschäumend anzugreifen. Da fielen durchaus hasserfüllte Bemerkungen von älteren Männern wie: Solche wie euch hätte man früher ins Lager geschickt. Dieser Satz wurde verschiedentlich sogar noch weiter ausgebaut, aber das muss ich jetzt nicht wiederholen. Wir setzten uns natürlich zur Wehr, es wurde heftigst diskutiert, während der Bagger neben uns seine Zähne in den Nordflügel grub und die Schutthäufen immer größer wurden. Zu diesem Zeitpunkt wurde der Graben in Stuttgart zum ersten Mal öffentlich sichtbar und wurde noch vergrößert durch bestimmte Aussagen von Pfarrer Bräuchle, bestimmten Politikern und diversen Medien. Seit dem Sommer 2010 ist auch oft im Gespräch, dass es bezahlte Kommentarschreiber geben soll, die die Stimmung quer durchs Netz anheizen.

 

Selbst am 30.9. waren Pro-S21-Leute im Park, um sich das Geschehen anzuschauen und es gehässig zu kommentieren. Natürlich waren oder sind nicht alle so - es waren tags darauf - wie ich gehört habe - auf unserer 100.000-Demonstranten-Kundgebung durchaus auch welche dabei, die für S21 waren, aber zu uns kamen, um ihre Solidarität zu zeigen - was ich ihnen hoch anrechne.

 

In der Folge wurde auf der anderen Seite versucht, Kundgebungen auf die Füsse zu stellen, was nur kurzzeitig zog und dann schnell in sich zusammenfiel. Selbst CDU-organisierte, bezahlte Busfahrten, Sekt, Häppchen und gelbe Schäufelchen zogen nicht lange und als es anfing kalt zu werden, zu stürmen, zu regnen und zu schneien, waren die Demos vor dem Rathaus Geschichte und sie weiter allein auf ihre Werbephrasen angewiesen. Die Unfähigkeit, die Leute auf die Straße zu bringen und beim Ball zu halten, um für das Projekt zu werben, während unsere Demos munter weitergingen, brachte natürlich weitere Frustrationen mit sich. Obendrein tauchten letzten Sommer diese unsäglichen Buttons "Oben ohne" und sexistischen T-Shirts bei ihren Kundgebungen auf, die eine kniende Frau zeigten mit der Aufschrift: Tu ihn unten rein. Eindeutige, zweideutige Aussagen über den Tiefbahnhof und zutiefst frauenverachtend. Wer jetzt denkt, es könnte schlimmer nicht kommen, der irrt. Das nächste T-Shirt zeigte die Aufschrift: Tu ihn noch tiefer rein. Die 1500? gelben Schäufelchen mit der Aufschrift "Weiterbauen", die ganz optimistisch während einer bereits ziemlichen kleinen Kundgebung angekarrt und zum Winken für s21-werbeträchtige Fotos gedacht waren, lösten wochenlang allgemeine Lachstürme in Stuttgart aus. Die darauf folgenden Kundgebungen waren noch schlechter besucht, so dass sie ohne Gedränge im nächsten Stehcafe hätten stattfinden können und wurden dann ganz aufgegeben.

 

Was bleibt also letzten Endes übrig, als immer zu re-agieren, nachdem wir agiert haben - über Demos, mit Aktionen, mit Blockaden. Wir haben eine Demo - sie machen sich in den Kommentaren über die Besucherzahlen her monatelang. Waren es 5000, wie von den Veranstaltern angegeben oder doch nur 2000 laut Polizeiangaben? Reisst die Mahnwache ab! Wir wollen unseren Park zurück, räumt ihn! (Die Riesengrube, die mit S21 droht und Spaziergänge unmöglich machen würde, stört seltsamerweise niemand). Zerstört den plakativen Bauzaun! Nehmt ihnen den Pavillon weg. Steckt sie alle in den Knast, die Althippies, die renitenten Rentner, die Berufsdemonstranten! Ist irgendwo ein Bild zu sehen, auf dem welche von uns müde drein schauen, heisst es sofort: Die sehen alle so grau und hässlich aus. Tanzen welche von uns Walzer auf der Strasse zur 80. Montagsdemo, fällt ihnen das Kinn auf die Brust. Sind das denn alles Verrückte?

 

Sie können es nicht verstehen, dass wir, trotzdem sie uns ständig angehen, wir kriminalisiert werden, immer noch Lebensfreude in uns haben - ebenso wenig, wie sie verstehen, dass wir seit so langer Zeit derart beharrlich sind und uns nicht unterkriegen lassen. Sie verstehen genauso wenig, dass sie nicht unser Ziel sind und das genau ist der Unterschied zwischen uns. Wir sind daran interessiert, dass das Milliardengrab S21 nicht gebaut wird und nicht daran, unsere Energien an S21-Fans zu verschwenden. Umgekehrt siehts anders aus - leider. Es schaut für mich oft so aus, als hätten sie kein anderes Lebensziel als das, uns das Leben so schwer wie möglich zu machen und das, was wir schaffen, zu zerstören. So viel destruktives Verhalten ist für mich bei allem Verständnis nicht mehr nachvollziehbar.

 

Etwas Werbung:

 

Wir sehen uns heute abend zur 90. Montagsdemo am Bahnhof! link

 

Abschließend noch ein paar Bilder zum Protestival:

 

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Es herbstelt bereits etwas und im Mahnwachengärtle blühen nur noch ein paar paar Blumensorten. Die Sonnenblumen gedeihen prächtig. Diese Aufnahme ist von letzter Nacht. Oben bleiben!

 

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Juliane 09/05/2011 21:29


Wie immer
vielen Dank für die Zusammenfassung und Deine Gedanken!
Dranbleibige Grüße


stuttgart-steht-auf 09/06/2011 02:11



Hallo Juliane, Ja, das Thema Stuttgarts Graben scheint ein immer Größeres zu werden, wie auch bei BAA und auf Facebook zu lesen ist.


Oben bleiben!


 



Ingrid Merglen 09/05/2011 15:22


Auf die Frage nach "freien"Kapazitäten kann leider nur mit "nein" geantwortet werden in DIESER Angelegenheit.
Ich weiß auch nicht,nachdem "man sich in Stuttgartkennt" wie aus dem Kommunikationsproblem herauszukommen ist-wie Du feststelltst,ist die Situation "verfestigt"-was mir beim Umfragen auch durch
Ratlosigkeit entgegngekommen ist.
Allerdings gibts Möglichkeiten innerlicher Art,wenn man sich drauf einlassen kann:Die ekelhafte Begebenheit sich im Nachhinein so genau wie möglich nochmal zu vergegenwärtigen (als wär man ein
unbeteiligter Beobachter)(ein Dritter sozusagen) und ohne "Verurteilung" beobachten.Dann verzeihend,vergebend "loslassen" mit der Bitte um "Wiedergutmachung" und aktiven Friedenswunsch.
Es gibt ja Orte(Parkwache,GWMT-Eingang,Nordausgang HBF mit Bauzaun) da hocken die unsichtbaren "Teufel"Energien ...
Da muß "die Luft" gereinigt werden!Es gibt Menschen,die werden regelrecht davon angefallen...
Und das "Zeitproblem" kommt noch dazu!Wieviele sind im Grund ihres Herzens "neidisch" auf ein Gemeinschaftsgefühl in Freude,Ausdauer,das ihnen mangelt?
Und wieviele bemerken nicht die Wirkung,die sie "ausstrahlen"?
Durch den Widerstand kommt VIELES hoch in der Stadt---haben wir versäumt am ANFANG,DARAUF-vor lauter Begeisterung -(die Stadt lahmlegen,damit auch der Letzte noch "aufwacht")-sorgfältiger zu
achten?
Beim Umfragen nach der Wahl hat sich ergeben,daß Demonstrieren montäglich nur noch als "schlechte Gewohnheit" erlebt wird(bei den Outsidern)oder halt immer wieder die gleichen Parolen zu
schreien...
Und nun sind wir "das Wunder"...
Wie sich verhalten?Selbst ein eingefleischter S21 fan als Politiker,käme er jetzt nach Einarbeiten in die Faktenlage zur Einsicht,wie kann er das Ohne Gesichtsverlust nach all den Bloßstellungen
tun?Dieser "Kampf" um die Wahrheit wird nicht so enden KÖNNEN,daß sich ALLE verzeihen-tragisch!


stuttgart-steht-auf 09/06/2011 02:09



Ein Protest, denke ich, muss nicht auf alles und alle achten, sonst wäre es kein Protest mehr. Wenn es nach manchen S21-Befürwortern ginge, sollten wir in der Cannstatterstr. unsere Kundgebungen
machen und durch den Park demonstrieren. Anderen sind wir zu laut, haben zu viele Buttons an. Ich hab Sätze gehört wie: Die führen sich auf, als gehört ihnen die Stadt. Und letzteres hat
sicherlich auch mit dem Gemeinschaftsgefühl zu tun, das du angesprochen hast. Aber wir können nicht auf alle Befindlichkeiten Rücksicht nehmen, ansonsten könnten wir zu Hause auf der Couch
bleiben und Chips futtern :) Was den Gesichtsverlust angeht: Es hing einmal ein Plakat am Zaun, auf dem stand: Stoppt S21 und gebt uns die Schuld. - Wir sinds schließlich gewöhnt, dann kommts
darauf auch nicht an. Hauptsache, die Bäume bleiben stehen.



Ingrid Merglen 09/05/2011 12:44


Zunächst danke für Gedanken "zum Aufstehen"Stuttgarts:da ist eine Menschengruppe,die FÜR eine echte Bürgerbeteiligung ist,für Lebensqualität in Ihrer Stadt,d.h. weg von "sinnlosen,politisch
fragwürdigen Infrastrukturplänen"-und durch Aufklärung,Demonstrationen,Aktionen für vernünftige Pläne sich einsetzt.
DIES hat es in der Stadt noch nie gegeben und Gegenaktivitäten hervorgerufen.
Antipathie,Sympathie haben sich ausgelebt:Stuttgart?Wer ist das?
Mit Erschrecken können Reaktionen in "beiden Lagern" wahrgenommen werden,Gespräche?Gesprächsorte?Austauschsmöglichkeiten?
Erschüttert kann festgestellt werden,daß die Freude des Protestes gegen S21 und Folgen nicht massenhaft"ansteckend" wirkt.Warum schließen sich "die Stuttgarter" mehrheitlich nicht an?
Die Schweiger,die Stillen,warum äußern sie sich nicht?
Wie aus dem "Bäbber" für/gegen herauskommen so,daß es ein DAZWISCHEN im ernsthaften Austausch geben kann?
Wer haßt,ist nicht gleichgültig,wenn er aber keinen Weg aus dem Haß finden kann,wer hilft daraus?
Der Einzelne kann es von Mensch zu Mensch versuchen.Die Masse als Viele wird es nicht können.
Aber in Gruppen ist es möglich,bei gutem Willen.
Oder in einem "Podiumsgespräch"?
Wer kann moderieren?Fragen über Fragen in einem Stuttgart,in dem friedlich gelebt werden will:Gemeinsam?
Kann "Stuttgart" dafür einstehen?


stuttgart-steht-auf 09/05/2011 13:21



Hallo Ingrid - danke zunächst mal für deine Gedanken dazu.


Doch, es gibt ein "Dazwischen", das damit anfängt - wie wir es im allgemeinen an der Mahnwache und auch andernorts tun - dass wir die Ansichten der anderen stehen lassen können, auch wenns
mitunter hitzige Debatten gibt. Für mich nicht hinnehmbar aber ist es, wenn der blosse Anblick meines Parkschützer-Shirts oder Buttons bereits Angrifflichkeiten zur Folge hat, wenn ich mich im
Park oder in der Stadt bewege oder an der Mahnwache stehe. Mit diesen Menschen wünsche ich keinerlei Diskussionen, kann ihnen aber oft nicht ausweichen.


Deine Idee einer Podiumsidee ist natürlich eine Gute. Genau diese wollten Ingrid und ich bereits letzten Herbst umsetzen, hatten uns bereits mit Putte verständigt und waren auf der Suche nach
einer geeigneten Lokalität mit Bühne. Leider bekamen wir einige Absagen - denn sowas müsste regelmäßig stattfinden - und so mancher hat abgelehnt, als er erfuhr, dass es um das Thema S21 gehen
soll und beide "Parteien" eingeladen werden. Mittlerweile hatte sich die Situation derartig zugespitzt, dass wir keinen Nerv mehr dazu hatten. Höhepunkt war damals der eiskalte Donnerstagabend,
als die Befürworter sich vom Rathaus Richtung Bauzaun aufgemacht haben, um uns mit agressiven Vorwürfen zu überschütten.


Ja, es wäre eine gute Idee und vielleicht sollten wir es nochmals versuchen - aber leider fehlt mir persönlich zur Umsetzung jegliche Zeit. Der Tag sollte 48 Stunden haben. Zu bedenken gebe ich
bei einem solchen Vorhaben aber auch, dass wir damit auf beiden Seiten zwar diejenigen erreichen könnten, die ein Interesse daran haben, dass wieder Frieden einkehrt - aber nicht diejenigen, die
sinnlos Dinge zerstören oder mittlerweile durch die vielen Angriffe derartig zornig sind, dass sie sich lieber fern halten. Selbst ich bin mir da unschlüssig, ob ich im Moment die Nerven hätte,
solche herbeigeführten Gespräche zu führen. Vermutlich müsste ich vorher zwei Stunden Entspannungstechniken bemühen, bevor ich freiwillig einen Raum voller BefürworterInnen betrete :) Aber es
käme auf einen Versuch an. Vielleicht kennst du welche in unserem Protest, die noch Kapazitäten frei haben?