S21-Träume der Befürworter strudeln sanft den Neckar entlang :)

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Wenn Herr Kefer mal aufhört dauerzulächeln, sollten Stuttgarter BürgerInnen aufmerksam werden.

 

StZ dazu am 25.9.2011 Die Ausstiegskosten werden aktualisiert link

 

Stuttgart/Berlin - Trifft die Deutsche Bahn Vorkehrungen für einen Ausstieg aus dem Projekt Stuttgart 21? Das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ berichtet, dass der Infrastrukturvorstand Volker Kefer detailliert ausrechnen lasse, wie teuer ein Ausstieg aus dem Milliardenprojekt für die Bahn wäre. Das Ergebnis solle auf der nächsten Aufsichtsratssitzung noch vor Jahresende beraten werden.

 

 

Der Originalbericht vom Spiegel: link

 

Bahn ermittelt Kosten für S21-Kostenausstieg

 

Berlin - Immer auf alle Eventualitäten vorbereitet sein - so denkt man offenbar bei der Deutschen Bahn. Nach SPIEGEL-Informationen spielt das Unternehmen intern schon seit Wochen einen möglichen Ausstieg aus dem Bahnhofsprojekt Stuttgart 21 durch. So kalkulieren Mitarbeiter mögliche finanzielle Ansprüche gegen das Land Baden-Württemberg. In den noch anstehenden Auftragsvergaben wird, wie es in einem Konzernpapier heißt, "eine Sollbruchstelle für den Fall eines Projektabbruchs verhandelt".

 

Das Dementi folgte natürlich wie üblich auf dem Fusse. Es trifft sie im Moment hart. Ob es mittlerweile ein Büro gibt, das nur für Dementis zuständig ist? Das musste in den letzten Tagen wohl diverse hektische Nachtschichten einlegen und auch sonst war den S21-Befürwortern eher nicht nach Grinsen zumute:

 

StZ vom 23.9. Partner erteilen der Bahn eine Absage link


 

Verkehrsminister Winfried Hermann warf der Bahn dagegen Rechentricks vor. „Wir bewegen uns direkt auf den 4,5-Milliarden-Euro-Deckel zu und haben das Projekt noch nicht begonnen“, so der Grünen-Politiker. „Wir können nicht glauben, dass diese Summe ausreicht, um das Projekt zu realisieren.“ Den von der Bahn ausgewiesenen zusätzlichen Nominalisierungspuffer in Höhe von 322Millionen Euro, mit dem Preissteigerungen aufgefangen werden sollen, bezeichnete er als „Bilanztrick“. Das sei ein neuer Versuch, so Hermann, „die Öffentlichkeit zu täuschen“.

 

Grüne unterstützen Gegnerbündnis StZ 26.9.2011 link

 

Vorausgegangen war ein Treffen von SPD-Fraktionschef Claus Schmiedel mit der CDU-Führung, das Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) scharf gerügt hatte. Kühn sagte, es sei ein Unterschied, ob sich die Grünen in ein zivilgesellschaftliches Bündnis einbringen oder die SPD mit der früheren Regierungspartei CDU pro Stuttgart 21 paktiere. „Das ist etwas völlig anderes. Das hat eine andere Qualität.“

 

Sensationelle Studie von SMA: S21 ist gegenüber K21 auch noch langsamer!  link

 

Hanslmeier schrieb dazu folgendes: link

 

Diese wissenschaftliche Analyse wurde von SMA erstellt. Sie entstand bereits Ende letzten Jahres, wurde aber bislang nicht veröffentlicht.

Untersucht wurden 38220 mögliche Reiseverbindungen zwischen 196 Bahnhöfen. Dabei wurden die Ergebnisse von S21 mit den Ergebnissen von K21 verglichen.

Betrachtet man nur die reinen Strecken ohne Berücksichtigung der Fahrgastzahlen, ergibt sich zusammengefaßt folgendes Bild:

Fahrplanmäßige Verkürzung der Fahrzeiten bei S21 gegenüber heute: 6,3%
Fahrplanmäßige Verkürzung der Fahrzeiten bei K21 gegenüber heute: 4,7%

Beide Varianten führen also wegen der NBS zu Fahrzeitverkürzungen. Der Unterschied zwischen S21 und K21 beträgt aber nur 1,5%. Das macht pro Stunde Fahrzeit gerade mal lächerliche 54 Sekunden aus.

Nun geht aber SMA richtigerweise noch einen Schritt weiter. Denn nicht jede Strecke ist ja gleich wichtig. Es gibt vielgenutzte und weniggenutze Strecken. Deshalb hat SMA in einem zweiten Schritt jede Strecke anhand der Fahrgastzahl gewichtet.

Alle 38.220 möglichen Reiseverbindungen werden an einem durchschnittlichen Werktag von 399.612 Menschen genutzt. Dabei läßt sich jeder Strecke die genaue Nutzerzahl zuordnen. Und es ergibt sich daraus ein interesssantes Ergebnis:

Die Fahrzeitgewinne von S21 konzentrieren sich auf unwichtige gering frequentierte Strecken, während die Fahrzeitgewinne durch K21 vor allem den wichtigen und stark frequentierten Strecken zugute kämen.
Unter Mitberücksichtigung der jeweilige Fahrgastzahlen ergibt sich daher ein ganz anderes Ergebnis:

Gewichtete fahrplanmäßige Verkürzung der Fahrzeiten bei S21 gegenüber heute: 2,0% (=30 Sekunden)
Gewichtete fahrplanmäßige Verkürzung der Fahrzeiten bei K21 gegenüber heute: 3,6% (=54 Sekunden)

Das heißt: der gewichtete durchschnittliche Fahrzeitgewinn von K21 ist fast doppelt so hoch wie der von S21 !!!

 

Dazu auch ein Link zu Zughalt: link

 

Der Verkehrsclub Deutschland (VCD) fordert angesichts der Sitzung des Verkehrsausschusses des Verbands Region Stuttgart (VRS) am morgigen Mittwoch dazu auf, “klar vorhersehbare Verschlechterungen” für die überwiegende Mehrzahl der S-Bahn-Fahrgäste durch Stuttgart 21 (S 21) zu verhindern.

 

 

Wunderbare Bilder zur gestrigen 93. Montagsdemo hier: link

und von LoB link  

 

Frau Dahlbender erwähnte übrigens in ihrer Rede, dass dem Verein Pro Stuttgart 21 die Gemeinnützigkeit abgesprochen wurde. StZ link

 

Gestern morgen blockierten die Badener zusammen mit den Stuttgarter BlockiererInnen am GWM.

 

StZ von gestern: link

 

Stuttgart-Mitte - Gegner des umstrittenen Bahnprojekts Stuttgart 21 haben am Dienstagvormittag die Bauarbeiten behindert: unter anderem sprangen fünf Projektgegner in eine Baugrube im Unteren Schlossgarten. Das teilte die Stuttgarter Polizei am Dienstagnachmittag mit.

Angaben der Polizei zufolge hinderten etwa 100 Personen gegen 6.30 Uhr in der Straße Am Schlossgarten sechs Baufahrzeuge am Einfahren ins Baustellengelände des Grundwassermanagements. Polizisten geleiteten die Fahrzeuge daraufhin über das Ausfahrtstor auf das Gelände. Gegen 7.30 Uhr sammelten sich erneut rund 25 Projektgegner vor der Einfahrt und hinderten wieder sechs Baufahrzeuge am Ausfahren von der Baustelle. Nachdem die Polizei sie aufgefordert hatte, den Fahrbereich frei zu geben, verließ ungefähr die Hälfte der Personen die Fahrbahn. Acht Männer und fünf Frauen blieben sitzen und mussten weggeführt oder weggetragen werden, so die Polizei weiter. Gegen sie wird nun wegen des Verdachts der Nötigung ermittelt. Zusätzlich wurde ihnen ein Platzverweis ausgesprochen.

 

 

Unbenannt1

 

Aufgrund des Jahrestages des 30.9. am Freitag - Demozüge, Konzerte, Kundgebung - siehe auch

Großveranstaltung 30.9. - 1. Jahrestag Schwarzer Donnerstag

hat sich - wie könnte es anders sein - Herr Polizeipräsident Züfle wieder zu Worte gemeldet in der für ihn üblichen Art und Weise, zu der ich mich bereits mehrfach geäußert habe Herr Züfle und sein Blick in die Zukunft

 

Ad-hoc-news: link

Polizei wertet 30.9. als Gradmesser für künftigen 'S-21'-Protest

Seit der Wiederaufnahme der Bauarbeiten Mitte Juni hat sich nach Wahrnehmungen Züfles der Protest 'signifikant' erhöht, bleibt jedoch überwiegend friedlich. 'Was wir aber tagtäglich erleben, ist, dass eine wachsende Minderheit sich zunehmend intoleranter, radikaler verhält. Es kommt nahezu täglich zu verbalen Attacken gegenüber unseren Beamten', sagte er.

 

Da stellt sich mir die Frage, auf welchen Parallel-Demos ich scheinbar immer mitlaufe, denn diesen Behauptung wie auch anderen, die hier aufgestellt werden, muss ich vehement widersprechen. Sie dienen wie immer bestimmten Zwecken, wie bereits im "Blick in die Zukunft" beschrieben. Anstatt das Vertrauen der BürgerInnen nach dem 30.9. in die Polizei wieder herzustellen, das an sich in Herrn Züfles ureigensten Interesse liegen sollte, wird die alte CDU-Linie weitergefahren, die da heisst: Kriminalisierung des Protestes mit allen Mitteln. Eine solche Vorgehensweise schadet nicht nur dem Protest, sondern allen PolizistInnen.

 

Kontext hat eine genaue Auflistung des 30.9.2010 geliefert. Das ist recht spannend zu lesen. Allerdings frage ich mich, wie Beamte darauf kommen, dass von unserer Seite aus Pfefferspray gesprüht wurde. Gesehen habe ich auf vielen Videos, dass sich die Beamten aus Versehen und im Übereifer, uns aus dem Weg zu schaffen, gegenseitig eingenebelt haben. Aber laut Polizeimeldung wurden von uns ja auch "Steine aufgenommen" und Herr Rech sprach abends im TV von Pflastersteinen - diese Aussage musste berichtigt werden. Bis heute wissen wir trotz vielfachen Nachfragen nichts über die "Verletzungen" der Beamten und wodurch sie entstanden sein sollen.

 

Kontext: link

 

Auszug aus "Schwarzer Tag":

 

10:25 Uhr

Die Parkschützer lösen den sogenannten Parkschützeralarm aus. Per SMS werden 11 887 registrierte Nutzer ihrer Website aufgefordert, sofort in den Schlossgarten zu kommen. Die Zahl der Demonstranten steigt rasend schnell auf rund 1000. Die Polizei wird erst in 15 Minuten eintreffen.

10:29 Uhr

Der Parkschützeralarm ist auch bei der Schülerdemonstration in der Innenstadt angekommen. Die Polizei meldet in ihrer internen Kommunikation: "Schüler laufen zu den Bäumen ... Schüler laufen zu den Bäumen." Laut Plan hätten sie erst gegen 12 Uhr im Schlossgarten eintreffen sollen.

10:30 Uhr

Offizieller Beginn des Polizeieinsatzes, aber ohne Polizei. Geplant waren laut Polizeibericht "fünf bis zehn Minuten für das ungehinderte Stellen einer entsprechenden Polizeikette und ca. 45 Minuten für das Aufstellen einer entsprechend langen Gitterlinie". Zeitgleich ist die Hundertschaft aus Bayreuth am Rasthof Wunnenstein angekommen und sucht dort den versprochenen Lotsen, der sie nach Stuttgart bringen soll. Aber es ist "kein Lotse vor Ort". Also fahren sie allein mit Blaulicht in die Landeshauptstadt.

 

Ab 13 Uhr

Stuttgarts Stadtdekan Michael Brock versucht vor Ort, bei der Polizei zu intervenieren. Er hört die Schreie vor den Wasserwerfern, kommt telefonisch zur Einsatzleitung durch und erhält zur Antwort, er möge doch selbst die Demonstranten "herausnehmen".

13:17 Uhr

Die Einsatzleitung erhält per Funk die Meldung, der Wasserwerfer "sprüht, er spritzt nicht, er sprüht". Der Einsatzleiter entgegnet: "Ja, aber er soll Wirkung erzielen."

13:18 Uhr

Die Einsatzleitung erfährt Details aus der vordersten Linie. Ein Beamter funkt: "Das wird ein rustikaler Einsatz", der Chef fragt nach und erhält erneut zur Antwort: "Das wird ein sehr harter Einsatz."

 

 

Pflasterstein1.png

 

Eine kleine Boshaftigkeit erlaube ich mir zum Abschluss:

 

Das hier ist übrig geblieben von den joggenden Befürwortern für Stuttgart 21 am Donnerstag - Polizeischutz wurde aufgrund der geringen Teilnehmerzahl nun verweigert. Wird auch Zeit, denn kein Mensch will ihnen etwas. Es folgt ihnen höchstens hin und wieder ein Grinser und dafür brauchts mit Sicherheit keinen Geleitschutz. Das Foto von Airjibeer link

 


 


 


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Kiat Gorina 09/29/2011 11:33


Da hoffe ich das Beste für euch! Wahrscheinlich wissen die Verwaltungsrechter nicht, was sie machen sollen und werden das auf die lange Bank schieben. Und dann versanden lassen ... Solche Fälle
gibt es viele in dieser Republik! Andererseits blickt die Öffentlichkeit nach Stuttgart! Und morgen ist Gedenktag! Ich werde auch einen Artikel darüber schreiben.


stuttgart-steht-auf 09/29/2011 11:45



Danke. Mit dem Versanden werden sie sich schwer tun. Wir sind da unversöhnlich und immerhin waren Tausende dabei. So schnell bekommen sie uns nicht los, das haben sie bereits festgestellt :)



Kiat Gorina 09/28/2011 19:07


Das meine ich auch! Menschen wie du sind wichtig! Und ich habe es ja schon einmal geschrieben, dein Blog ist eine sehr gute Dokumentation dafür, wie Menschen sich gegen falsche Beschlüsse wehren
können. Und was da alles passieren kann! Vielleicht machst du daraus ein Video oder ein Buch oder beides!


stuttgart-steht-auf 09/29/2011 03:08



Schauen wir mal, was so kommt...


Das hier ist auch interessant: http://www.stuttgarter-nachrichten.de/inhalt.stuttgart-21-richter-stellen-im-dezember-die-gretchenfrage.7c794348-3509-422d-92ec-44ea7f01bba9.html


Der Wind dreht sich allmählich...





 



Kiat Gorina 09/28/2011 15:09


Wahrscheinlich will die Bahn die Ausstiegskosten ganz stark nach oben rechnen, damit sie argumentieren können: Jetzt haben wir schon soviel investiert, da können wir nicht aufhören!
Ich denke, eine Kostenüberscheitung ist unvermeidbar! Es wird auf jeden Fall sehr spannend! Wann geben das die Bahnmanager endlich zu?


stuttgart-steht-auf 09/28/2011 15:22



Das denke ich auch. Es ist und bleibt spannend. Manchmal überlege ich schon, was mache ich denn, wenn S21 vom Tisch ist? Das wird ja richtig langweilig! :))


Nein, Spass beiseite, es gibt genug, das die letzten eineinhalb Jahre durch dieses wahnwitzige Projekt zu kurz kam und ich hab genug Ideen im Kopf, um vermutlich die nächsten zwei Jahrzehnte eher
selten Langeweile zu erleben. Die letzten zwei Jahre haben mir gereicht, zu erkennen, dass es so nicht weitergehen darf.