Aktuelle Lage zum Polizei-Einsatz heute nacht am Südflügel/Park
Heute abend wird es wohl beim Südflügel/Park einen Polizei-Einsatz geben. Es sollen Bäume rund um das sogenannte Grundwasser-Management gefällt werden. Eine Räumung der Zeltstadt steht nach aktueller Einschätzung vermutlich noch nicht an. Polizeipräsenz in Stuttgart erhöht sich.
Alle aktuellen und wichtigen Links auf einen Blick:
Gefährdete Bäume: Plan
Ein Bagger, der die Zerstörung des Südflügels beginnen soll, steht bereits seit Tagen dort:
Alle Kameras rund um den Bahnhof auf einen Blick Kameras
Bei unseren eigenen Beobachtern mitschauen: FlügelTV
und Cams21
Protestrucksack packen - Liste
Aktuelle für uns wichtige Meldungen sind bei DDay zu lesen
Nach unseren derzeitigen Beobachtungen und Informationen gehen wir davon aus, dass in der Nacht vom So, 29.01. auf Mo, 30.01. die von der Bahn angekündigten 18 Bäume am und im GWM gefällt werden sollen (vor dem Zaun an der Straße am Schlossgarten und auf dem ehemaligen ZOB). Zeitgleich rechnen wir mit dem Abrissbeginn am Südflügel.
Zur Vorbereitung dieser Maßnahmen rechnen wir mit einem Polizeieinsatz vergleichbar dem bei der Absperrung des Südflügels in der Nacht 12./13.01. und mit der Absperrung der Straße am Schlossgarten.
Eine Parkräumung ist Sonntag Nacht nicht komplett auszuschließen, aber nach derzeitigem Stand unwahrscheinlich.
Viele Parkschützer treffen sich am Sonntag um 21:00 Uhr vor der GWM-Einfahrt.
Unabhängig vom Wetter wollen wir, die Parkliebhaber, am Sonntag in den Mittleren Schlossgarten kommen! Ein offizielles Veranstaltungsprogramm gibt es nicht, sondern das Angebot von lieben Menschen, mit ihren Beiträgen zur Entspannung und guten Atmosphäre beizutragen. Wir danken allen, die sich spontan bereit erklärt haben, Musik und Führungen zu machen und Kaffee und Kuchen mitzubringen!
Hier steht, was schon klar ist:
12:00 - 13:30 Uhr: (Legendäre) Baum-Führung plus mit Bruno, Treffpunkt am Widerstandsbaum.
Ab 12:00 Uhr gibt es frisch abgefülltes Cannstatter Mineralwasser an Unser Pavillon.
14:00 bis 15:00 Uhr: Geologie-Führung mit Ralf Laternser, Treffpunkt an Unser Pavillon.
Ab 14:00 kommt die Musikgruppe "Capella Rebella".
Ab 15:00 Uhr spielt die Musikgruppe (Trommler) "Lokomotive" im Park.
Ab 15:00 Uhr: Offene Worte am offenen Mikrofon, an Unser Pavillon.
15.30 - 16.00 Uhr: Fossilien klopfen für Kinder, mit Ralf Laternser (Hammer etc. vorhanden)
18:00 Uhr (Achtung, nicht 16:00 Uhr!): "Rock im Park", 7 Bands mit verschiedenen Musikrichtungen.
Bitte auf eigene Initiative Kaffee und Kuchen mitbringen, Widerstandsgedichte, Lieder, Ballspiele, Musik, ...!
BeiAbrissAufstand - Stephane Hessel
Gegner des Bahnhofprojekts erfahren prominenten Zuspruch!
Stéphane Hessel, Autor von "Empört Euch", zu Stuttgart 21: "Sie müssen weiter auf die Straße gehen!"
Bemerkenswerte Unterstützung für die Gegner des Tiefbahnhof-Milliardenprojekts Stuttgart 21: Stéphane Hessel (94), ehemaliger Résistance-Kämpfer, Mitgestalter der Menschenrechts-Charta und Autor von „Empört Euch“, einem in Millionenauflage und in mehreren Sprachen weltweit verbreiteten Buchs, redete Klartext zu Stuttgart 21:
"Sie müssen weiter auf die Straße gehen!"
Hessel hatte nach einem beeindruckenden Vortrag an der Universität Tübingen am Freitag am Wochenende einen Zwischenstopp im Stuttgarter Hauptbahnhof eingelegt. Bevor er den TGV nach Paris bestieg, sprach er in einem Bahnhofscafé mit Ulrike Braun, Initiatorin der „Stuttgarter Erklärung zur Fortführung des Widerstands gegen Stuttgart 21“.
Die sich an diesem Wochenende aktuell wieder zuspitzenden Lage – die S21-Projektpartner wollen mit dem vorzeitigen Kahlschlag im Schlossgarten und dem Abriss des Südflügels "Fakten schaffen" und nach Ansicht der Gegner den Widerstand zermürben – kommentierte der 94-jährige Grandseigneur mit einem Lächeln und einem Rat an die Stuttgarter Bürgerbewegung gegen S21.
Man solle im Kleinen stets das Große im Auge behalten sollte und über verlorene Schlachten hinweg in langen Zeiträumen denken und handeln. Das hieße zum einen, Stuttgart 21 nicht als Nabel der Welt zu betrachten, jedoch als Auswuchs einer globalen Fehlentwicklung zu begreifen. Verstehe man sich zum anderen als Teil einer weltweiten Bewegung gegen den Machtmissbrauch in Politik und Finanzwirtschaft, könne man über die Empörung hinaus die nötige Energie schöpfen, um immer weiter, gemeinsam, beharrlich und stets friedlich, dagegen einzustehen. Das heißt: „Sie müssen weiter auf die Straße gehen!“
Insofern habe die „Stuttgarter Erklärung zur Fortführung des Widerstands gegen Stuttgart 21“, die in kürzester Zeit mittlerweise bereits von über 5.500 entschlossene Bürgerinnen und Bürgern online bzw. handschriftlich unterzeichnet wurde, den richtigen Ansatz.
„Machen Sie sich so stark, wie Sie können“, verabschiedete sich Hessel nach dem Gespräch, „und ich werde Sie bewundern, wenn Sie damit durchkommen.“
„Schlichtung, Stresstest, Volksabstimmung – eine Farce nach der anderen“ lautet der Untertitel der achtseitigen „Stuttgarter Erklärung“, in der die Initiatoren und Unterzeichner der Landesregierung und ihren S21-Projektpartnern darlegen, warum, so Ulrike Braun, „auch das im Schlossgarten drohende Fanal“ sie nicht davon abhalten werde, den Widerstand fortzusetzen. So seien zahlreiche Voraussetzungen für das Referendum nicht erfüllt worden und die Landesregierung weiter in der Bringschuld. Sobald es 10.000 Unterschriften sind, soll die Erklärung mit Petitionscharakter der Landesregierung vorgelegt werden.
An dem Gespräch mit Stéphane Hessel nahmen neben Ulrike Braun die Fotografin Petra Weiberg (Bilder) und der Journalist Peter Fendrich teil.
Die „Stuttgarter Erklärung zur Fortführung des Widerstands gegen Stuttgart 21“ findet man unter www.stuttgarter-erklaerung.de Die ausführliche Fassung der Erklärung und Informationsmaterialien finden sich unter http://infooffensive.de/petition
