Blockade der SeniorInnen
Stuttgarts SeniorInnen beweisen nicht erst seit heute Mut. Bereits seit letztem Sommer sind sie scharenweise bei den Kundgebungen vertreten, zeigen keine Furcht vor der Staatsmacht im Ernstfall und waren vereinzelt oder in kleinen Grüppchen immer in den Blockaden zu sehen. Es dauerte nicht lange, bis sie sich gefunden hatten und seither Aktionen zusammen machen.
Für heute morgen hatten die RentnerInnen gegen Stuttgart 21 zur Blockade mit Frühstück aufgerufen und es kamen 120 BlockiererInnen von jung bis alt. Der älteste Teilnehmer war 86! Jahre alt.
Presseerklärung der RentnerInnen gegen Stuttgart 21 bei Abriss Aufstand link
Stuttgart 21: Nur Nachteile für uns und unsere Enkel!
Sitzblockade der Senioren gegen Stuttgart 21
Stuttgart, 5. Juli 2011: Die Senioren gegen Stuttgart 21 unterstützen heute die traditionelle Frühstücksblockade am Tor zum Grundwassermanagement. Sie setzen sich damit für eine Zukunft ihrer Enkel ohne Stuttgart 21 ein – für eine Zukunft mit erhaltenem Mittleren Schlossgarten, mit intakten Mineralbädern und mit barrierefreien Fluchtwegen für Mütter mit Kinderwägen ebenso wie für ältere Menschen. Und für eine Zukunft mit funktionierendem, preiswerten und pünktlichen Bahnverkehr.
„Stuttgart 21 wäre eine echte Katastrophe für unsere Enkel, denn niemand würde die Tunnel und den Tiefbahnhof jemals wieder zuschütten, wenn er die Probleme aufweist, die wir heute schon befürchten“, sagt Renate Rüter von den Senioren gegen Stuttgart 21. „Wir Alten haben ebenso wenig etwas von Stuttgart 21 wie unsere Kinder oder unsere Enkel im Kinderwagen. Stuttgart 21 steht für die Zerstörung funktionierender Verkehrsinfrastruktur und für ein drohendes Verkehrsnadelöhr sondergleichen, gebaut mit vielen Steuermilliarden. Daher fordern wir Bundesverkehrsminister Ramsauer und Kanzlerin Merkel auf, Bahnchef Grube endlich zur Vernunft zu bringen und Stuttgart 21 abzublasen. Es gibt so viele Bahnstrecken in ganz Deutschland, die zweigleisig ausgebaut oder elektrifiziert werden müssten, da wären die Gelder sinnvoll und zukunftsorientiert angelegt – für mehr Schienenverkehr.“
Die Senioren wenden sich auch gegen Stuttgart 21, weil die Planung für den Tiefbahnhof keine barrierefreien Fluchtwege aufweist. Damit erfüllt die Planung der Bahn nicht einmal die Forderung von Heiner Geißler aus dem Faktencheck. Der demografischen Wandel macht auch vor Bahnfahrern nicht halt: Etwa 30% bis 35% der Bevölkerung ist mobilitäts- und aktivitätseingeschränkt. Dies betrifft nicht nur Rollstuhlfahrer, sonder einen Großteil der Menschen: Eltern und Großeltern mit kleine Kindern, Blinde, Sehbehinderte, Schwerhörige, Menschen mit Gehhilfen wie Rollator, Krücken oder Stock.
Die Stuttgarter Nachrichten hat über den heutigen Morgen einen Bericht verfasst und viele gute Bilder eingestellt link
und ein guter Bericht mit Fotos von einem Blockadeteilnehmer ist bei Zwuckelmann nachzusehen/lesen link