Parkschützerbüro von Polizei durchsucht
Heute morgen wurde das Parkschützerbüro und die Wohnung von Matthias von Hermann durchsucht. Angeblicher Grund laut Stuttgarter Zeitung link und Spiegel online link
Stuttgarter Zeitung:
Die "Parkschützer" weigerten sich, Videomaterial von den Auseinandersetzungen am 20. Juni im Anschluss an die wöchentliche Montagsdemo gegen Stuttgart 21 herauszugeben. Außerdem versucht die Polizei laut eigenen Angaben, die Identität von bisher anonymen Zeugen der Ereignisse festzustellen.
Die Stuttgarter Zeitung bringt im Gegensatz zum Spiegel wenigstens noch die Stellungnahme von Hermanns. Letzterer spricht dort von einer "glatten Lüge". Das gesuchte Videomaterial sei außerdem bei YouTube jedem zugänglich.
Laut Spiegel online sind wir sogar Radikal, um den BürgerInnen die Gefährlichkeit der ParkschützerInnen vorzugaukeln.
Bei Abriss Aufstand steht, wie ich eben gesehen habe, eine ganz andere Aussage: link
Heute wollte die Staatsanwaltschaft Stuttgart auf der Suche nach Videos und Fotos vom 20. Juni 2011 die Privatwohnung von Matthias von Herrmann und das Büro der Parkschützer in der Stuttgarter Urbanstraße durchsuchen. Die Staatsanwaltschaft wollte damit an Material herankommen, das auf einer Pressekonferenz der Parkschützer am 24. Juni veröffentlicht wurde. Alle dort gezeigten Videos sind auf Youtube zu finden. Durch eine Übergabe der Daten auf einem Datenträger war es möglich, eine wirkliche Durchsuchung der Räumlichkeiten zu verhindern.
Die Staatsanwaltschaft nutzte den heutigen Termin für eine glatte Lüge: Sie behauptete, dass die Parkschützer die genannten Daten nicht rausrücken würden.
Für die Zukunft gilt, was auch in der Vergangenheit schon galt: Sowohl Polizei als auch Staatsanwaltschaft sind herzlich zu den Pressekonferenzen der Parkschützer eingeladen.
Wir erinnern uns: Die ParkschützerInnen haben den Konsens der Friedlichkeit und Gewaltfreiheit, an den wir uns immer gehalten haben. Wir erinnern uns weiter daran, dass eben laut dieser von der Polizei gesuchten Videos wohl KEIN Polizist verletzt worden sein kann. Dazu hatte ich am Tag danach einige Videos in den Blog eingesetzt:
18 Stunden am sogenannten Grundwassermanagment
Dieser Polizist war als Zivilpolizist mit Waffe unter uns, also auf den ersten Blick nicht erkennbar als Beamter. Und zu guter Letzt: Es befanden sich anscheinend Provokateure auf der Baustelle, die zu Straftaten aufgerufen hatten und selbst Straftaten begangen haben laut Augenzeugen. Wer waren diese Leute, die niemandem von uns bekannt waren?
Die von der Polizei gesuchten Videos sind von allen Internetbenutzern im Netz bei YouTube oder auf diversen Blogs abrufbar. Bei Twitter wird bereits vielfach spasseshalber nachgefragt, ob unsere Ämter keinen Onlinezugang haben. Welchem Zweck also diente diese medienstarke Aktion heute? Wie ich eben sehen konnte, war die Presse sehr schnell vor Ort: In der Stuttgarter Zeitung wurde der Artikel aktualisiert, zu sehen an den Bildern und dem letzten korrigierten Absatz. link
Ein sehr guter Artikel steht im Hamburger Abendblatt darüber, wenn wir auch hier einmal mehr die "sogenannten" ParkschützerInnen sind: link
Stuttgart21-Gegner: Polizeiaktion ist "Affentheater"
Stuttgart. Die strikten Stuttgart-21-Gegner, die sogenannten Parkschützer, haben die Polizeiaktion gegen ihren Sprecher Matthias von Herrmann als „Affentheater“ kritisiert. Es habe zwar einen Durchsuchungsbeschluss gegeben, aber entgegen der Darstellung der Polizei sei es nicht zu einer Durchsuchung der Privaträume oder des Büros von Herrmann gekommen, sagte seine Kollegin Carola Eckstein der Nachrichtenagentur dpa am Donnerstag. „Das ist eine Lüge der Polizei.“
Aktualisierung: Laut SWR geht es sogar um Ermittlungsverfahren wegen schweren Raubes. link
Es wird immer skuriler.
Weil es deutlichst klarmacht, wie die Projektverantwortlichen manipulieren, um Stuttgart 21 gegen allen Widerstand durchzudrücken, möchte ich noch den Link zu folgendem Video einstellen, das ein interessantes Interview mit dem Journalisten Arno Luik zeigt auf NDR. Ab Minute 11 wirds spannend, denn hier wird sichtbar, mit welchen Mitteln auf dieser und anderen Ebenen gearbeitet wird link