Das Versagen der Medien zum Thema S21
Nachdem die Jagdsaison gegen uns - bekanntermassen schon seit langem - und wie von Ingrid im vorigen Artikel beschrieben, nun auch gegen den Verkehrsminister eröffnet ist und wieder einmal die Öffentlichkeit durch Trickserei, dieses Mal in Bezug auf den Stresstest getäuscht wird, möchte ich hier zusammenfassend einige Links zu Artikeln einstellen, die unbeeindruckt einen doch eher kritischen Blick auf die Geschehnisse als die übliche Mainstreampresse zeigen.
"Keil in den Widerstand" wurde bereits von Ingrid in ihrem Artikel benannt.
Die Medien fallen auf Bahn-PR herein titelt die Einundzwanzig link
Zurecht verweist der Zapp-Beitrag auf die persönliche Verantwortung der Journalisten, die sich nach einem von Bahn-Vorstand Volker Kefer veranlassten Hintergrundgespräch vor den Karren der Bahn haben spannen lassen. Zwei wesentliche Gründe für die gravierenden journalistischen Fehlleistungen vieler Tageszeitungen bei der Stresstest-Berichterstattung erwähnen die Zapp-Leute aber nicht: die Macht der Verleger und ihrer Chefredakteure sowie die aktuellen Streiks der Journalisten gegen den Versuch des Verlegerverbandes, ihre Gehälter massiv zu senken.
Der erwähnte Zapp-Beitrag behandelt die Stimmungmache und die Intrigen der Bahn und der Presse für Stuttgart 21 und gegen Winfried Hermann:
Hier im Original mit Text vom NDR: link
Einen längeren, sehr interessanten Kommentar dazu gibt es bei Einundzwanzig: „Schwarzer Montag“ und Stresstest-Bluff link
Ein Teil der Medien in Baden-Württemberg hat sich seit gut einer Woche auf die Bürgerbewegung gegen Stuttgart 21 in einer Vehemenz eingeschossen, die nach der Abwahl von Stefan Mappus kaum jemand erwartet hat. Die nach offiziellen Angaben neun verletzten Polizeibeamten nach der Montagsdemo am 20. Juni und der Stresstest boten den passenden Hintergrund. Peinlich daran, dass selbst der ehemalige Sprecher der S-21-Projektpartner, Wolfgang Drexler (SPD), die jüngsten Informationen der Bahn AG für wenig vertrauenswürdig hält. Selbst Verkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) kritisierte die Informationspolitik der PR-Leute von Bahn-Chef Rüdiger Grube.
Zum Abschluss noch ein sehr erfreuliches Interview der Kontext mit Herrn Rucht, der sich wissenschaftlich mit Protestbewegungen beschäftigt. link
Herr Rucht, wann hat eine Bürgerbewegung in Deutschland je eine Regierung gestürzt?
Das war zuletzt 1989 in der DDR. Und gerade beobachten wir Ähnliches in Nordafrika. Doch in der DDR und in Afrika ging beziehungsweise geht es um die Abschaffung diktatorischer Regimes. Die Menschen wollen demokratische Grundrechte und Freiheiten erlangen. Den Bürgern in der Region Stuttgart geht es um Veränderungen innerhalb des Systems. Es ist eine reformerische Protestbewegung. Ich kenne keine regionale Bewegung dieser Art, die so intensiv und beharrlich agiert. Und dies, obwohl das Projekt Stuttgart 21 formaldemokratisch in jeder Hinsicht abgeschlossen ist.