Sunday, 29. april 2012 7 29 /04 /Apr. /2012 13:19

Trotz des wunderbaren Wetters und des verlängerten Reise-Wochenendes kamen gestern etliche HelferInnen, damit die Mahnwache an den mit der Stadt vereinbarten Standort umziehen konnte. Die Lokomotive sorgte trommelnd für gute Stimmung, als das Zelt über die Schillerstraße schwebte, alle mit Kisten, bepackten Sackkarren und  Fahrrädern hinterher marschierten und das Ganze wieder am neuen Standort in der Nähe des Crepes-Standes am Anfang der Königstraße aufgebaut wurde - direkt mit der kompletten malträtierten Bahnhofskulisse im Hintergrund.

 

Die Mahnwache stand seit 17.7.2010 am Nordausgang, also nunmehr seit bald zwei Jahren.  

 

Die Mahnwache am Nordflügel - der Fels in der Brandung  

 

Wir warten noch immer auf den Eintrag im Guinessbuch der Rekorde, denn das dürfte einmalig sein, dass eine Mahnwache über einen so langen Zeitraum tags und nachts rund um die Uhr ohne Pause immer mit dreifacher Besetzung betrieben wird, dank mehrerer hundert Leute, die in zwei- bis sechsstündigem Schichtbetrieb neben Arbeit, Familie, Hobbies und sonstiger Tätigkeiten - immerhin gibts entgegen der Hetzereien mancher Befürworter für uns alle durchaus ein Leben neben dem Protest :) - die Mahnwache aufrecht erhalten, informieren, organisieren, aber leider auch viele unterirdische Beleidigungen und Angriffe von S21-Befürwortern und Aufgehetzten über sich ergehen lassen mussten. Tausende Betrunkene zogen vorbei, mit und ohne Lederhosen und Dirndl, Reisende aus anderen Städten und Ländern diskutierten mit uns, das Mahnwachengärtchen wurde gepflegt und gegossen, es war heiss und regnete, stürmte, donnerte und hagelte, schneite, gefror und taute wieder. Das zweijährige Mahnwachenfest ist bereits in Planung.

 

Nun gehts weiter am neuen Standort heissen Zeiten entgegen. Wir werden sehen.

 

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Eine sehr ausführliche Foto-Slideshow vom Umzug gibts von

 

Alexander Schäfer

 

und einen Film dazu von Fluegel-TV

 

Weiterer Blogbericht mit Bildern von  Bodenfrost

 


von stuttgart-steht-auf - veröffentlicht in: Protest-Infos
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Tuesday, 24. april 2012 2 24 /04 /Apr. /2012 21:40

Gestern ging die Montagsdemo nach der Kundgebung direkt zum Bücherknast, in dem Herr Kefer, Technikvorstand der Deutschen Bahn, über das Thema "Wie geht es weiter mit S21" referierte. Während der Kundgebung bereiteten etliche von uns bereits die Bannermeile vor.

 

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Die Veranstaltung wurde von den Stuttgarter Nachrichten ausgerichtet und die Plätze dazu "verlost". Bei 300 Plätzen schaffte es ca. ein Dutzend K21-BefürworterInnen, Plätze zu ergattern.

 

Jetzt lasse ich die Demobilder für sich sprechen. Man beachte die "seelenvolle, warme, urbane und überaus grüne" Gestaltung des neuen Stadtbildes, das hier eingerichtet wird - mittlerweile ein sehr großes Viertel, das sich bereits die ganze lange Heilbronner Straße hinaufzieht und bald in Zuffenhausen angelangt ist. Seelenlose Versicherungs-, Banken- Autohäuser-Betonprunkbauten, tagsüber von Anzug- und KostümträgerInnen in der Mittagspause belebt, ab 18 Uhr abends menschenleer, dunkel. Im Sommer können Spiegeleier auf den Plätzen gebraten werden, im Winter pfeift der eiskalte Wind durch. Fehlt nur noch, dass da Gestrüppbälle durchtreiben. Dafür haben wir bereits jetzt schon dort hinten des Nachts frei- und samstägliche Vorglüher, die dann zur Disco wanken sowie aufgemotzte Autos, die dröhnend ihre Rennerles fahren. Die Stuttgarter Partyjugend entdeckt die Vorzüge des toten Viertels. 

 

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Warum immer dieser massive Polizeieinsatz sein muss, versteht niemand - außer vermutlich diejenigen, die das anordnen. Vielleicht geht es ja nicht nur darum, immer mehr offensichtliche Gruben in Stuttgart zu schaffen wie oben zu sehen oder bei der Parkbrache, sondern auch darum, den Graben zwischen den Stuttgarter BürgerInnen zu erweitern und zu vertiefen? Denn schau mal an...  wer sich - wie viele andere bekannte Gesichter in den letzten zwei Jahren auch - durch die DemonstrantInnen getraut hat und trotz der bewusst negativen Schlagzeilen über die entsetzlich bösartigen Parkschützer völlig unbeschadet am Ziel ankam und wohl auch selber kein Problem damit hatte:

 

OB-Kandidat Turner inmitten der "radikalen" Parkschützer

 

Weitere Fotos über die Kundgebung und Demo gibt es bei  Reporter der Straße

und bei Schäferweltweit

 

Bericht des Veranstalters über die Vorträge: Stuttgarter Nachrichten

 

Kaum hat man sich begrüßt, kommen die vier Herren auf der Bühne zur Sache. Zwei Turmfalken brüten auf der Alten Bahndirektion und verhindern deren Abriss. Auch beim Juchtenkäfer und den Fledermäusen sah die Bahn nicht gut aus. „Haben Sie den Naturschutz nicht im Griff“, will Jörg Hamann, Leiter der Lokal- und Regionalredaktion, wissen. „Nein“, kontert Volker Kefer, Technik- und Infrastrukturvorstand der Deutschen Bahn AG. Von Pleiten, Pech und Pannen könne keine Rede sein. „Wir lösen Probleme in der Reihenfolge, in der sie auftreten – wie beim Knödelessen, einen nach dem andern“, erklärt Kefer, ganz Bayer.

 

Wenn im Fildertunnel Wasser in den Anhydrit fließen sollte, quelle der auf wie ein Hefekuchen. „60 Prozent mehr Volumen sind eine ganze Menge“, sagt Wittke, und zeigt die Grenzen des Ingenieurbaus auf: „Sie können keine Betonschale bauen, die diesen Druck aushält.“ Also darf zum Anhydrit schlicht kein Wasser. Eine doppelte Abdichtung, „Gürtel und Hosenträger“, samt Kontrolldrainage seien die „solide Grundlage für den Entwurf“, vertraut Wittke auf das Hirnschmalz seiner Zunft.

 

Gürtel und Hosenträger. Dann können wir ja sicher sein, dass sich die Hose nicht irgendwann um die S21-Füsse kringelt und zu peinlichen, bösen Stürzen führt.

 


von stuttgart-steht-auf - veröffentlicht in: Protest-Infos
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Saturday, 21. april 2012 6 21 /04 /Apr. /2012 00:10

Kostendeckel hält,  Wasser und Verkehr im Griff,  Stuttgart wird nicht zerstört, sondern gehört der Zu(g)kunft, die Natur und Tierwelt werden pfleglich behandelt, BürgerInnen mitgenommen (wohin?) und sie können risikolos an den vielen Baustellen vorübergehen, ohne zu Schaden zu kommen und natürlich wird Stuttgart nicht im Feinstaub ersticken. Justitia ist nicht halb blind, die Medien unabhängig, jeder Polizist unser Freund und Helfer, die Politiker wollen nur unser Bestes, nehmen uns ernst und zeigen wie die Bahn größtmögliche Transparenz. Und die Erde ist eine Scheibe.

 

Die ehemalige Bahndirektion wird abgerissen, am Nordflügel rege Tätigkeiten. Die Mahnwache muss die Tage umziehen, das frisch bepflanzte Mahnwachengärtchen wird zerstört, noch mehr Bauzäune werden aufgestellt. Auf der anderen Seite des Bahnhofs nach wie vor die Brache und der fast abgerissene Südflügel. Es sollen noch viel mehr Bäume für S21 fallen als bislang - im Rosensteinpark. Das Grundwassermanagement kann nicht betrieben werden, da die erhöhte Wasserentnahme immer noch nicht genehmigt ist. Löcher in den Strassen nach wie vor, Schulen können nicht renoviert werden, Familien mit Hartz IV müssen zur Tafel gehen, die Kultur geht finanziell am Stock, aber Geld zum Einreissen und Bauen ist immer und überall da. Schuttgart  lässt grüssen. Ein zweiter  Monte Scherbelino könnte ungeahnte Höhen erreichen bei der Zerstörungswut.

 

Das hier am Nordflügel sieht so aus, als müssten sie unter dem ehemaligen Nordflügel jetzt bereits etwas trockenlegen. Der Krach des Gebläses ist jedenfalls ohrenbetäubend. 

BaustelleNordflügel

Der jetzige Bauzaun am Nordflügel wird nächste Woche abgebaut und erweitert.

 

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Das Gelände wird dann großräumig abgesperrt. Das bedeutet für FußgängerInnen einen Riesenumweg zwischen und um große Baustellen herum. Dies ist gleichzeitig auch der einzige barrierefreie (Um-)Weg für bewegungseingeschränkte Menschen. Einzige ebenerdige Wegverbindung  Und Parkmöglichkeiten gibts so gut wie keine mehr, denn die sind jetzt bereits umzäunt. 

 

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Die Mahnwache muss weg.

 

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Die Mahnwachengärtchen, in denen es schon wieder spriesst, sind damit auch verloren. Zur Erinnerung: Dort wurden im Februar 2011 Bäume ausgerissen, obwohl klar war, dass das Technikgebäude noch nicht gebaut werden kann. Sie haben immer noch nicht angefangen damit. In etwa haben wir dieselbe Situation am ehemaligen geräumten Parkbereich, der zur Brache verkommen ist. Dort könnten sie frühestens 2013, wenn nicht sogar noch viel später bauen. Der Nordflügel wurde 2010 abgerissen und seitdem ist dort nichts gemacht worden. Soviel zur allgemein benutzten S21-Sprechblase "Weiterbauen". 

 

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Hinten links an der LBBW würde die Mahnwache hinkommen, wenn es nach der Bahn ginge. Direkt an den Steg, über den dann die Reisenden in den Bahnhof hineingehen könnten, nachdem sie einen Riesenumweg machen mussten.

 

Bauzaun1

 

Zur Erinnerung: 2010 sah es am Nordflügel noch  SO  und  SO   aus und der Park war ein Bild der  Idylle

 

Dort sehen wir nun folgendes  und hier ist das Ganze sehr gut  dokumentiert   

 

Der Südflügel ist mittlerweile ebenfalls abgerissen. Nun ist die ehemalige Bahndirektion fällig.

 

Unser Mahnwachengärtle ist noch! so ziemlich das Grünste, das sich finden lässt im Umkreis. Alles andere ist entholzt, entgrünt, aus- und abgerissen, zerstört und voller Bauzäune, Bagger, Kräne. Dazwischen etliche behelmte Arbeiter und andere wichtige Menschen mit Helmen, die so tun, als würden sie übers "Weiterbauen" diskutieren.

 

Letzte Woche wurde eine ältere Frau am Südflügel verletzt und hatte unglaubliches Glück, dass nicht mehr passiert ist. Cams hat dazu einen Bericht mit Bildern und einem Film verfasst (etwa ab Mitte der Seite nach dem Bericht über den Dachschaden).

 

Stuttgarter Zeitung - Abriss soll weitergehen 

 

 

Stuttgart - Nach den bisher eingesetzten Baumgutachtern, Käfer- und Fledermausexperten hat am Freitag nun auch ein Ornithologe eine Stuttgart-21-Baustelle unter die Lupe genommen. Wie berichtet, hat der Umweltverband BUND unter dem Dach der alten Bahndirektion ein Turmfalkenpärchen entdeckt. Die Beobachtungen des von der Bahn beauftragten Vogelkundlers haben nun ergeben, dass die streng geschützte Falkenart derzeit vermutlich tatsächlich brütet.

 

Turmfalkenpärchen beim Einflug in die ehemalige Bahndirektion H7

 

 
Zwischenzeitlich geht die Salamitaktik der Bahn weiter. Stück für Stück wird das zugegeben, was alle ProjektkritikerInnen sich schon lange an fünf Fingern ausrechnen konnten. Zugegeben wird natürlich immer zu den taktisch gefälligsten Zeitpunkten und wenn sie weiß, dass sie sich damit in der Bevölkerung grade noch irgendwie durchlarvieren kann und dabei mit dem Finger auf andere weisen kann. Neubaustrecke, Kosten, Zeitverzögerungen.

 

 

Stuttgarter Zeitung - Bahn rechnet intern mit weiterer Verspätung

 

Genehmigungs-, Bau- und Finanzierungsprobleme

Auf Seite 3 des internen DB-Dossiers wird der Projektstand ausführlich in einer Tabelle dokumentiert. Bei allen sechs Bauabschnitten zwischen dem Albvorland und dem Bahnhof Ulm heißt es jeweils in der Spalte Inbetriebnahme: „vsl. 12.2021“. Öffentlich hatte die DB lange Zeit eine termingerechte Fertigstellung bis Ende 2019 fest versprochen. Erst in den am 16. März – also nach dem internen Dossier – erstellten DB-Unterlagen, die Technikvorstand Kefer dem Lenkungskreis und dem Prüfausschuss des Konzernaufsichtsrats vorlegte, wurde als Termin für die Inbetriebnahme erstmals „12/2020“ genannt, damit aber nur eine Verzögerung um ein Jahr eingestanden. Das interne Dossier der DB Netz von Anfang März belegt nun, dass die zuständigen Experten in Kefers Fachbereich schon Wochen vor der Sitzung des Lenkungskreises mindestens zwei Jahre Verspätung erwartet und dies auch schriftlich so fixiert haben.

 

Das natürlich gibt die Bahn offiziell nicht zu. Interessant im Artikel ist das Bild der "SoDa"-Brücke (Die steht halt "so da"). So ungefähr erleben wir das seit 2010 mit den Zerstörungen (denn dann passiert erst mal garnichts mehr) und so stellen wir uns das für Stuttgart 21 insgesamt vor, nur die Ausmasse wären für uns alle dann wesentlich dramatischer als eine halbe Brücke im Nirgendwo. Genau deshalb werden wir morgen nach unserer 120. Montagsdemo um 19.00 zum Bücherknast beim Mailänder Platz wandern. Dort referiert Herr Kefer darüber, wie es auf der Brache weitergeht.

 

BeiAbrissAufstand - Kefer kommt - Wir auch! - Bannermeile am Bücherknast

 

Stuttgarter Nachrichten - Wie geht es weiter auf der Brache

 

Wann was und wie gebaut werden soll und welche Beschwernisse auf die Bürger zukommen, diese Fragen sollen diesmal bei Forum Stuttgart 21 im Zentrum stehen. Bei der elften Veranstaltung unserer Zeitung in dieser Reihe sind wir dank der Unterstützung der Stadt Stuttgart erstmals in der neuen Stadtbibliothek am Mailänder Platz zu Gast.

 

Dabei sind große geologische Herausforderungen zu meistern, denn teils führen die Bohrungen durch quellfähigen Gipskeuper. Wir wollen von Prof. Wittke wissen, wie er die Risiken in schwierigem Baugrund in den Griff bekommen will.

 

Auf die ganz bestimmt überaus ehrlichen Antworten sind wir sehr gespannt. Wer bei Nacht und Nebel hunderte von Bäumen fällen lässt und für Transparenz derartig bekannt ist wie die Bahn, darf auf viele sehr interessierte Stuttgarter BürgerInnen hoffen, die mit Sicherheit hochwillkommen sind. 

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Friday, 6. april 2012 5 06 /04 /Apr. /2012 14:23

Wortkreationen von Karin, Pavillonistin und Parkschützerin:

 

Schlihihichtung, Strehehesstest.

 

Dazu zu fügen wäre noch: Bahahahn, Zuhuhukunft


Es wären auch noch ähnliche Wörter wie


Sohohozial, Chrihihistlich, Demokrahahatisch und Gleichbeheherechtigt


möglich oder

 

Mahahappus sowie Mitnehehehmen, Pflahahasterstein, Alternahahativlohohos


aber das würde jetzt zu weit führen :)

 

Die Bahahahn:

Wise Guys - Senk ju for träveling wis Deut-sche Bahn

 

Plusminus hat Interessantes zu erzählen:

Plusminus - Bahn; Das Milliardengeschäft mit den Strecken

 

Ganz nach dem Motto: Ich hämmer mir die Welt, wie sie mir gefällt:

 

Pressemitteilung der Juristen zu S21

 

 

 

Aussetzung des verwaltungsgerichtlichen Verfahrens für 6 Monate und Ablehnung des Widerspruchs der Vertrauensleute des Bürgerbegehrens durch den Gemeinderat der Landeshauptstadt Stuttgart

 

Am Donnerstag, den 29. März 2012 hat der Gemeinderat der Landeshauptstadt Stuttgart beschlossen, dem Widerspruch der Vertrauensleute des Bürgerbegehrens nicht abzuhelfen.

 

Das von 35.600 Stuttgarter Bürgern beantragte Bürgerbegehren "Ausstieg der Stadt aus dem Projekt Stuttgart 21" war vom Gemeinderat im Juni 2011 zurückgewiesen worden. Und über den dagegen eingelegten Widerspruch hatten in der vorgeschriebenen Dreimonatsfrist weder Stadt noch Regierungspräsidium entschieden. Obwohl die Stadt behauptet hatte, die Verfassungsmäßigkeit seriös geprüft zu haben, hatte sie den Widerspruch nicht einmal rechtzeitig dem Regierungspräsidium zur Entscheidung vorgelegt.

 

Die Vertrauensleute des Stuttgarter Bürgerbegehrens hatten daraufhin Ende November 2011 gegen die Landeshauptstadt Stuttgart beim Verwaltungsgericht Stuttgart eine sogenannte Untätigkeitsklage erhoben. Das Gericht hat zwischenzeitlich darauf hingewiesen, dass es die Durchführung des Widerspruchsverfahrens trotz Ablaufs der Dreimonatsfrist für notwendig hält, wobei zunächst der Gemeinderat der Stadt Stuttgart eine Entscheidung darüber zu treffen habe, ob die Stadt dem Widerspruch von sich aus abhilft oder nicht – und anschließend das Regierungspräsidium Stuttgart eine das Widerspruchsverfahren abschließende Entscheidung treffen müsse.

 

Am 27. März 2012 hat das Verwaltungsgericht dann auch die Aussetzung des Verfahrens für 6 Monate ab der Rechtskraft des Aussetzungsbeschlusses verfügt, damit das Widerspruchsverfahren nachgeholt werden kann. Zur Begründung hat das Verwaltungsgericht darauf hingewiesen, es gäbe einen „zureichenden Grund“ dafür, dass noch nicht über den Widerspruch entschieden worden sei. Die Angelegenheit sei nämlich so „komplex“. Die Vertrauensleute hätten sich auch noch ergänzende Stellungnahme im Widerspruchsverfahren vorbehalten und diese erst Mitte November 2011 abgegeben und dabei auch noch die Unvollständigkeit der Aktenführung der Stadt gerügt.

 

Die Vertrauensleute werden gegen den Aussetzungsbeschluss Beschwerde zum Verwaltungsgerichtshof in Mannheim einlegen. Das Verwaltungsgericht Stuttgart will der Verwaltung eine Frist zur Entscheidung über den Widerspruch von über einem Jahr zubilligen – und damit von mehr als dem Vierfachen dessen, was der Gesetzgeber für den Regelfall vorsieht. Das verwundert umso mehr, als die Behörden seit dem das Bürgerbegehren am 21. März 2011 eingereicht worden war, schon über ein Jahr Zeit hatten, alle seine rechtlichen Aspekte umfassen zu prüfen – und dies nach den Aussagen des Oberbürgermeisters auch geschehen ist.

 


Stuttgart - Ursprünglich wollten Tiefbauamt und Stuttgarter Straßenbahnen (SSB) Mitte April mit dem Bau von vier neuen Stadtbahnröhren Richtung Türlenstraße und Europaviertel beginnen. Die Verzögerungen beim Grundwassermanagement verschieben den Baustart auf unbestimmte Zeit, wie jetzt bekannt wurde.


Vier einzelne Tunnelröhren

Wie berichtet, liegt der bestehende Stadtbahntunnel teilweise auf Höhe des geplanten Durchgangsbahnhofs Stuttgart 21. Die unterirdische Stadtbahn-Trassenführung muss deshalb in nördliche Richtung in den Kriegsberg hinein verschoben werden. Um den Abzweig der neuen U-12-Linie ins Europaviertel anzubinden, haben die Planer vier einzelne Tunnelröhren vorgesehen, die den Tiefbahnhoftrog bogenförmig unterqueren. Sie sollen vorwiegend in unterirdischer Bauweise im 24-Stunden-Betrieb von der Wagenladungsstraße im A1-Gelände aus erstellt werden. Der Aushub soll ebenfalls dort abgefahren werden.

Die humorvolle Antwort auf einen Kommentar zu diesem Artikel:

Sehr geehrter Mutbürger, sie schrieben:""Überall dort, wo die Bahn freie Hand bei der Planung hatte und hat, ist das Projekt genau im Zeitplan." Als technikinteressierter Befürworter habe ich mich dann aus München aufgemacht weil ich einmal das im Bau befindliche Technikgebäude sehen wollte (http://www.bahnprojekt-stuttgart-ulm.de/auf-der-baustelle/technikgebaeude/default.aspx). Erst hatte ich wahnsinnig Angst nicht anzukommen, da ja Stuttgart nicht an das Hochgeschwindigkeitsnetz angeschlossen ist, aber wie durch ein Wunder fand der Zug tatsächlich in den hässlichen Kopfbahnhof. Die vielen Bahnsteige waren sehr beängstigend und die Sonne hat mich auch geblendet, von daher ist es begrüßenswert, dass der neue Bahnhof im Untergrund sein wird. Ich hatte mich dann flugs zum Nordflügel begeben um das Technikgebäude zu besichtigen, aber ich habe NICHTS gefunden!! Ein Mann mit hässlichen Buttons (ich glaube das war ein "Gegner"), sagte mir der Bau hätte nochgar nicht begonnen. Aus der Presse weiss ich aber, dass "Gegner" grundsätzlich lügen, von daher meine Frage an sie:"Wo finde ich das Technikgebäude??" Ich bin noch einige Tage in Stuttgart, von daher wäre ich um eine rasche Antwort sehr dankbar!

Stuttgarter Zeitung - Stuttgart-21-Gegner küren OB-Kandidaten im Internet

Stuttgart - Den etablierten Parteien droht bei der Stuttgarter Oberbürgermeisterwahl Konkurrenz von einem Kandidaten der „Stuttgart 21“-Gegner. Auf dem Internetportal www.meisterbuerger.org hatten die Bürger der Stadt in den vergangenen Wochen mehrere Dutzend parteiunabhängige Kandidatenvorschläge für die Wahl am 7. Oktober gemacht, darunter finden sich zahlreiche prominente Gegner des umstrittenen Bahnprojekts.

 

Zwuckelmann zum Thema OB - Lernen wir endlich aus unseren Fehlern!

 

Es ist alles eine Frage der richtigen Kommunikation! So hört man es häufig, wenn mal wieder die Bürger vergessen wurden. Stuttgart21 sei -glaubt man diesen Stimmen und ganz unabhängig aller real exitsierender Mängel - vor allem falsch kommuniziert worden. Die Menschen seien dort, wo sie damals waren, kommunikativ nicht abgeholt worden und gingen deshalb auf die Straße.

 

Stattdessen werden erneut Hoffnungen durch ein neuartiges Demokratiespiel geweckt, dessen Regeln andere aufstellen und dessen Ausgang für alle absehbar ist. Es wird keinen Widerstands-OB geben!

Wir sollten endlich aus unseren Fehlern lernen und grundsätzlich keine fremdbestimmten Spiele mehr mitspielen, bei denen wir nur verlieren können! Unser Platz ist einzig die Straße, nicht das Rathaus; unsere Einflussmöglichkeit einzig die Drohung mit massivem Macht- und Legitimitätsverlust, nicht die politische Macht selbst! Alles andere ist Illusion!

 

Stuttgarter-Nachrichten - Wie geht es weiter auf der Brache


Die Bäume im Schlossgarten sind seit Ende Februar gerodet, doch das Stuttgart-21-Baufeld liegt seither brach. Wie geht es dort weiter? Darüber diskutieren wir mit Bahnvorstand Volker Kefer und Tunnelbauer Prof. Walter Wittke. Unsere Leser können beim elften Forum Stuttgart 21 dabei sein.

 

Danke fürs Angebot. Diese Foren kennen wir bereits zur Genüge.

 

Der Abriss des Südflügels ruht - Stuttgarter Zeitung

  link


Stuttgart - Der Abriss des Südflügels am Hauptbahnhof ruht, die Gleise 15 und 16 bleiben einstweilen gesperrt. In der Folge des Zwischenfalls am 19. März, bei dem ein Bagger nicht nur eine Mauer des Südflügels, sondern auch einen Pfeiler des Bahnsteigdachs beschädigt hat, können die Arbeiten im Rahmen von Stuttgart 21 vorerst nicht weitergeführt werden. Nach Angaben der Bahn müssen die statischen Verhältnisse in dem betroffenen Hallen­bereich genau untersucht werden, um das weitere Vorgehen klären zu können.

 

Die Baustelle am abgerissenen Nordflügel ruht. Der Abriss des Südflügels ruht. Die Brache, die einmal ein wunderbarer Park war, ruht. Nun muss nur noch S21 der ewigen Ruhe übergeben werden.

 

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Stuttgarter Zeitung - Stuttgart-21-Bauzaun lockt 16.500 Besucher an

Stuttgart - 16.500 Besucher haben sich den ersten Stuttgart-21-Bauzaun im Stuttgarter Haus der Geschichte angeschaut. Das teilte das Haus am Montag, einen Tag nach Ende der Schau „Dagegen leben? - Der Bauzaun und Stuttgart 21“, mit. „Wir fühlen uns in unserem Ansatz bestätigt, ein aktuelles Thema wie Stuttgart 21 zeitnah aufzugreifen“, sagte Ausstellungsleiterin Paula Lutum-Lenger - zufrieden mit dem Ergebnis. „Geschichte, die noch qualmt, zieht die Menschen an, weil sie offenkundig Auswirkungen auf ihr Leben hat.“

Ja, sie qualmt, die Geschichte. Aber bitte - wer lebt dagegen? Wir leben für K21, für ein schönes lebendiges Stuttgart, für den Erhalt geschichtlicher Bauten und der Kultur und für das Mitbestimmen der BürgerInnen. 

 


 


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Sunday, 25. march 2012 7 25 /03 /März /2012 23:57

Dokumente belegen: Stuttgart 21 für nur 30 Züge geplant!

Presseerklärung der Ingenieure22 für den Kopfbahnhof vom 22. März 2012

Bahn plante Stuttgart 21 von Anfang an als Rückbau!

Stuttgart, 22. März 2012: Bei ihren Recherchen zur Planfeststellung von Stuttgart 21 sind die Ingenieure22 auf bisher nicht bekannte Unterlagen gestoßen (http://bit.ly/GEEftm), die zweifelsfrei belegen: Stuttgart 21 war von Anfang an als Rückbau des Bahnknotens Stuttgart geplant! Zukünftig sollten im Stuttgarter Hauptbahnhof nur noch maximal 30 Züge in der Spitzenstunde verkehren – diese Vorgabe machte1997 die Bahn selber für eine von ihr beauftragte Personenstromanalyse. Seitdem gab es keine Änderung der geplanten Bahninfrastruktur von S-21; die wesentlich höhere Leistungsfähigkeit des Tunnelbahnhofs, die inzwischen behauptet wird, steht nur auf dem Papier.

Besonders pikant: Eben dieses Gutachten gehört zwar zu den Planfeststellungsunterlagen, wurde dem Eisenbahnbundesamt aber trotz mehrmaliger Aufforderung erst im September 2002 zur Verfügung gestellt, offengelegt wurden diese Unterlagen nie, den Trägern öffentlicher Belange wie dem BUND wurden sie nicht zur Verfügung gestellt.
 
„Die Unterlagen, die wir jetzt gefunden haben, belegen eindeutig: Die Bahn hat mit Stuttgart 21 von Anfang an eine erhebliche Verkleinerung des Stuttgarter Bahnhofs geplant“, sagen Dipl.-Ing. Hans Heydemann und Wolfgang Jakubeit von den Ingenieuren22 für den Kopfbahnhof. „Bislang der Öffentlichkeit nicht bekannte Unterlagen aus dem Jahr 1997 belegen: Nur 30 Züge in der Spitzenstunde sind geplant, alles andere ist Werbegeschwätz. Unser Kopfbahnhof hingegen leistet mindestens 50 Züge in der Stunde. Folglich handelt es sich bei S21 um einen bedenklichen Rückbau von guter, funktionierender und leistungsfähiger Schienen-Infrastruktur – das darf nicht mit Steuergeldern finanziert werden!
Zum Skandal wird die Angelegenheit, weil die Bahn diese Unterlagen erst wesentlich verspätet nachgereicht hat, die Öffentlichkeit hat sie nie zu Gesicht bekommen. Bundesverkehrsminister Ramsauer muss jetzt endlich aufwachen und diesen illegalen Rückbau stoppen!“

Nun wird verständlich, dass alle neutralen Untersuchungen zur Leistungsfähigkeit des geplanten Tunnelbahnhofs etwa 30 Züge in der Spitzenstunde ergeben – denn genau das hatte die Bahn ja von Anfang an geplant. Erst als es darum ging, das Projekt politisch durchzusetzen, staatliche Finanzierung zu erlangen und eine Planfeststellung zu bestehen, schnellten die Angaben zur angeblichen Leistungsfähigkeit immer weiter in die Höhe – ohne dass sich am geplanten Bahnhof irgend etwas geändert hätte. Ein Rückbau von Infrastruktur darf aber nicht staatlich finanziert werden! Die massiven Eingriffe in den Denkmalschutz und den Umweltschutz sind unter diesen Umständen nicht zu rechtfertigen – die Planrechtfertigung durch die behauptete Leistungssteigerung ist somit hinfällig!

Die Tatsache, dass die Unterlagen zurückgehalten wurden, legt den Schluss nahe, dass die Bahn sehr wohl wusste, dass diese Aussagen im Widerspruch zur Planrechtfertigung stehen. Die Planfeststellung für Stuttgart 21 ist von der Bahn mit unlauteren Mittel beeinflusst worden!

Die Leistungsfähigkeit des bestehenden Kopfbahnhofs liegt bei mindestens 50 Zügen pro Stunde; das wurde im November letzten Jahres von der Nahverkehrsgesellschaft Baden-Württemberg geprüft und vom Verkehrsministerium offiziell bestätigt: http://www.mvi.baden-wuerttemberg.de/servlet/is/104632/

Abfotografierte Unterlagen und EBA-Anschreiben, aus denen die verspätete Einreichung hervorgeht, sowie die von der Bahn gemachten Angaben zu den maximalen Zugzahlen im Tunnelbahnhof. In hoher Auflösung als ZIP-Datei.

 

 

 

Quelle: BeiAbrissAufstand

 

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