Kostendeckel hält, Wasser und Verkehr im Griff, Stuttgart wird nicht zerstört, sondern gehört der Zu(g)kunft, die Natur und Tierwelt werden
pfleglich behandelt, BürgerInnen mitgenommen (wohin?) und sie können risikolos an den vielen Baustellen vorübergehen, ohne zu Schaden zu kommen und natürlich wird Stuttgart nicht im Feinstaub
ersticken. Justitia ist nicht halb blind, die Medien unabhängig, jeder Polizist unser Freund und Helfer, die Politiker wollen nur unser Bestes, nehmen uns ernst und zeigen wie die Bahn
größtmögliche Transparenz. Und die Erde ist eine Scheibe.
Die ehemalige Bahndirektion wird abgerissen, am Nordflügel rege Tätigkeiten. Die Mahnwache muss die Tage umziehen, das frisch bepflanzte Mahnwachengärtchen
wird zerstört, noch mehr Bauzäune werden aufgestellt. Auf der anderen Seite des Bahnhofs nach wie vor die Brache und der fast abgerissene Südflügel. Es sollen noch viel mehr Bäume für S21 fallen
als bislang - im Rosensteinpark. Das Grundwassermanagement kann nicht betrieben werden, da die erhöhte Wasserentnahme immer noch nicht genehmigt ist. Löcher in den Strassen nach wie vor, Schulen
können nicht renoviert werden, Familien mit Hartz IV müssen zur Tafel gehen, die Kultur geht finanziell am Stock, aber Geld zum Einreissen und Bauen ist immer und überall da. Schuttgart
lässt grüssen. Ein zweiter Monte Scherbelino könnte ungeahnte Höhen erreichen bei der Zerstörungswut.
Das hier am Nordflügel sieht so aus, als müssten sie unter dem ehemaligen Nordflügel jetzt bereits etwas trockenlegen. Der Krach des Gebläses ist jedenfalls
ohrenbetäubend.
Der jetzige Bauzaun am Nordflügel wird nächste Woche abgebaut und erweitert.
Das Gelände wird dann großräumig abgesperrt. Das bedeutet für FußgängerInnen einen Riesenumweg zwischen und um große Baustellen herum. Dies ist gleichzeitig
auch der einzige barrierefreie (Um-)Weg für bewegungseingeschränkte Menschen. Einzige ebenerdige Wegverbindung Und Parkmöglichkeiten gibts so gut wie
keine mehr, denn die sind jetzt bereits umzäunt.
Die Mahnwache muss weg.
Die Mahnwachengärtchen, in denen es schon wieder spriesst, sind damit auch verloren. Zur Erinnerung: Dort wurden im Februar 2011 Bäume ausgerissen, obwohl
klar war, dass das Technikgebäude noch nicht gebaut werden kann. Sie haben immer noch nicht angefangen damit. In etwa haben wir dieselbe Situation am ehemaligen geräumten Parkbereich, der zur
Brache verkommen ist. Dort könnten sie frühestens 2013, wenn nicht sogar noch viel später bauen. Der Nordflügel wurde 2010 abgerissen und seitdem ist dort nichts gemacht worden. Soviel zur
allgemein benutzten S21-Sprechblase "Weiterbauen".
Hinten links an der LBBW würde die Mahnwache hinkommen, wenn es nach der Bahn ginge. Direkt an den Steg, über den dann die Reisenden in den Bahnhof
hineingehen könnten, nachdem sie einen Riesenumweg machen mussten.
Zur Erinnerung: 2010 sah es am Nordflügel noch
SO und SO aus und der Park war ein Bild der Idylle
Dort sehen wir nun folgendes
und hier ist das Ganze sehr gut dokumentiert
Der Südflügel ist mittlerweile ebenfalls abgerissen.
Nun ist die ehemalige Bahndirektion fällig.
Unser Mahnwachengärtle ist noch! so ziemlich das Grünste, das sich finden lässt im Umkreis. Alles andere ist entholzt, entgrünt, aus- und abgerissen,
zerstört und voller Bauzäune, Bagger, Kräne. Dazwischen etliche behelmte Arbeiter und andere wichtige Menschen mit Helmen, die so tun, als würden sie übers "Weiterbauen"
diskutieren.
Letzte Woche wurde eine ältere Frau am Südflügel verletzt und hatte unglaubliches Glück, dass nicht mehr passiert ist. Cams hat dazu einen Bericht mit Bildern und einem Film verfasst (etwa ab Mitte der Seite nach dem Bericht über den
Dachschaden).
Stuttgarter Zeitung
- Abriss soll weitergehen
Stuttgart - Nach den bisher eingesetzten Baumgutachtern, Käfer- und Fledermausexperten hat am Freitag nun auch ein Ornithologe eine
Stuttgart-21-Baustelle unter die Lupe genommen. Wie berichtet, hat der Umweltverband BUND unter dem Dach der alten Bahndirektion ein Turmfalkenpärchen entdeckt. Die Beobachtungen des von der Bahn beauftragten Vogelkundlers
haben nun ergeben, dass die streng geschützte Falkenart derzeit vermutlich tatsächlich brütet.
Turmfalkenpärchen beim Einflug in die ehemalige Bahndirektion H7
Zwischenzeitlich geht die Salamitaktik der Bahn weiter. Stück für Stück wird das zugegeben, was alle ProjektkritikerInnen sich schon lange an fünf Fingern
ausrechnen konnten. Zugegeben wird natürlich immer zu den taktisch gefälligsten Zeitpunkten und wenn sie weiß, dass sie sich damit in der Bevölkerung grade noch irgendwie durchlarvieren kann und
dabei mit dem Finger auf andere weisen kann. Neubaustrecke, Kosten, Zeitverzögerungen.
Stuttgarter Zeitung - Bahn
rechnet intern mit weiterer Verspätung
Genehmigungs-, Bau- und Finanzierungsprobleme
Auf Seite 3 des internen DB-Dossiers wird der Projektstand ausführlich in einer Tabelle dokumentiert. Bei allen sechs Bauabschnitten zwischen dem
Albvorland und dem Bahnhof Ulm heißt es jeweils in der Spalte Inbetriebnahme: „vsl. 12.2021“. Öffentlich hatte die DB lange Zeit eine termingerechte Fertigstellung bis Ende 2019 fest versprochen.
Erst in den am 16. März – also nach dem internen Dossier – erstellten DB-Unterlagen, die Technikvorstand Kefer dem Lenkungskreis und dem Prüfausschuss des Konzernaufsichtsrats vorlegte, wurde als
Termin für die Inbetriebnahme erstmals „12/2020“ genannt, damit aber nur eine Verzögerung um ein Jahr eingestanden. Das interne Dossier der DB Netz von Anfang März belegt nun, dass die
zuständigen Experten in Kefers Fachbereich schon Wochen vor der Sitzung des Lenkungskreises mindestens zwei Jahre Verspätung erwartet und dies auch schriftlich so fixiert
haben.
Das natürlich gibt die Bahn offiziell nicht zu. Interessant im Artikel ist das Bild der "SoDa"-Brücke (Die steht halt "so da"). So ungefähr erleben wir das
seit 2010 mit den Zerstörungen (denn dann passiert erst mal garnichts mehr) und so stellen wir uns das für Stuttgart 21 insgesamt vor, nur die Ausmasse wären für uns alle dann wesentlich
dramatischer als eine halbe Brücke im Nirgendwo. Genau deshalb werden wir morgen nach unserer 120. Montagsdemo um 19.00 zum Bücherknast beim Mailänder Platz wandern. Dort referiert Herr Kefer
darüber, wie es auf der Brache weitergeht.
BeiAbrissAufstand - Kefer kommt - Wir auch! -
Bannermeile am Bücherknast
Stuttgarter
Nachrichten - Wie geht es weiter auf der Brache
Wann was und wie gebaut werden soll und welche Beschwernisse auf die Bürger zukommen, diese Fragen sollen diesmal bei Forum Stuttgart 21 im Zentrum
stehen. Bei der elften Veranstaltung unserer Zeitung in dieser Reihe sind wir dank der Unterstützung der Stadt Stuttgart erstmals in der neuen Stadtbibliothek am Mailänder Platz zu
Gast.
Dabei sind große geologische Herausforderungen zu meistern, denn teils führen die Bohrungen durch quellfähigen Gipskeuper. Wir wollen von Prof. Wittke
wissen, wie er die Risiken in schwierigem Baugrund in den Griff bekommen will.
Auf die ganz bestimmt überaus ehrlichen Antworten sind wir sehr gespannt. Wer bei Nacht und Nebel
hunderte von Bäumen fällen lässt und für Transparenz derartig bekannt ist wie die Bahn, darf auf viele sehr interessierte Stuttgarter BürgerInnen hoffen, die mit Sicherheit hochwillkommen
sind.
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